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Kutná Hora
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BEWERTUNG |
20.01.2026 von Born2bewildBis zu den Hussitenkriegen in den 1420er Jahren war Kutná Hora, zu Deutsch Kuttenberg, nach Prag die zweitgrößte und eine der wohlhabendsten Städte Böhmens. Das kam nicht nur durch den Silberbergbau, sondern auch durch die Prägung der Prager Groschen. Wenig verwunderlich also, dass sie nicht nur zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde, sondern ihr auch das gleichnamige Spiel gewidmet wurde. Ob Kutná Hora: Stadt des Silbers nicht nur historisch, sondern auch spielerisch Höchstpunktzahlen aufrufen kann, erfahrt Ihr in unserem Review…
Kutná Hora zählte zu einer der reichsten Städte in Böhmen und das sieht man nicht nur an historischen Dokumenten, sondern auch am Spielmaterial. Neben vier Double-Layer-Spielertableaus gibt es noch zwei Kartenhalter, die Ihr noch zusammenbauen müsst. Diese nehmen nur einen Teil der zahlreichen Stanzbögen ein. Insgesamt macht das Material einen hervorragenden Eindruck. Besonders die Silber-Reflektionen der einzelnen Komponenten sind noch einmal ein besonderes Highlight. Ebenso fassen sich die Spielfiguren aus RE-Wood nicht nur besonders gut an, sondern sind auch umweltfreundlich, da sie aus Holzabfällen und Bindemitteln zu einem vollständig biologisch abbaubaren Werkstoff hergestellt werden. Grafisch ist das Spielmaterial auch sehr interessant, da hier mit sehr vielen Farben gearbeitet wurde, die sich, typisch für ein Workerplacement an entsprechenden Stellen wiederfinden. Trotzdem ist aber Silber und Grau im Fokus, was natürlich zur „Stadt des Silbers“ sehr gut passt. Auf jeden Fall benötigt man für das ganze Spielmaterial einen sehr großen Tisch. Aber schon alleine das anfassen und anschauen lohnt sich.
Für den eigentlichen Spielaufbau wählt Ihr jeweils eine Farbe und nehmt Euch die Figuren dieser Farbe und ein Spielertableau. Außerdem erhaltet Ihr noch einen Stapel Karten in Eurer Farbe und eine Spielübersicht. Den Spielplan baut Ihr in der Mitte mit der zur Spielerzahl passenden Seite nach oben auf. Ebenso das Rathaus und die Rundenleiste. Auf dem Bodenschatztableau legt Ihr die vier Bergwerkstechnologie-Plättchen aufsteigend nach Ihren Stufen sortiert ab, die Bergwerkplättchen werden gemischt und verdeckt auf den entsprechenden Platz gelegt. Auf die Rundenleiste stellt Ihr den roten Runden- und Steuermarker und legt die Gebäude für die fünfte Runde auf das entsprechende Feld. Die übrigen Gebäude werden, sortiert nach Ihren Farben gemischt und auf dem Rathaustableau bereitgelegt. Eure Punktemarker legt Ihr auf dem Spielplan auf die 0 und zieht zufällig eine Bergwerk-Vorbereitungskarte, um die Felsplättchen auf dem Spielplan zu positionieren. Abschließend zieht Ihr eine Gilden-Vorbereitungskarte. Diese zeigt Euch, welche der Gilden-Plättchen-Kombinationen Ihr verteilt. Die Karten für die Kartenhalter sortiert Ihr und stellt sie auf Anfang. Dann bestimmt Ihr eine Person, die den Startspielermarker erhält. Vorzugsweise die, die zuletzt Untertage war. Beginnend mit der Person, welche nun als letzte an der Reihe wäre, sucht Ihr Euch entgegen dem Uhrzeigersinn eine Gruppe an Gildenplättchen aus und legt sie auf Euer Spielertableau. Dann kann es auch schon losgehen.
Ziel des Spiels
Kutná Hora: Stadt des Silbers ist ein klassisches Worker-Placement-Spiel mit wirtschaftlichen Elementen, die Eure Einnahmen beeinflussen. Gespielt wird es, je nach Spielerzahl in fünf oder sechs Runden, in denen Ihr unter anderem über das geschickte Platzieren von Gebäuden und Bergwerken versucht, Siegpunkte zu bekommen. Zum Spielende hat die Person mit den meisten Siegpunkten gewonnen.
Die Anleitung
Mit zwanzig Seiten ist die Anleitung sehr umfangreich und braucht einige Zeit, um gelesen und verstanden zu werden. Auch wenn einem viele Elemente des Spiels bekannt vorkommen und erfahrene Spieler*innen sich schnell zurechtfinden sollten, gibt es doch Einiges zu lesen. Erleichternd ist die gute Struktur der Anleitung und die vielen Bilder und Beispiele. Ebenfalls kommt dazu, dass sich etwa drei Seiten der Anleitung mit historischen Fakten zum Spiel beschäftigen und die letzten beiden Seiten noch einmal eine Übersicht zu den wichtigsten Punkten geben. Somit bleiben also am Ende noch etwa zehn Seiten, wenn man auch noch den Aufbau und das Spielmaterial mit abzieht.
Schweigen ist Gold, spielen ist Silber…
Ihr habt alle einen Kartensatz aus sechs zweigeteilten Karten. In einer Runde spielt Ihr nacheinander zwei Mal zwei Karten und dann eine Karte aus. Ihr wählt jeweils eine der beiden möglichen Aktionen pro Karte aus:
Natürlich solltet Ihr auch wissen, was Ihr baut. Das entscheidet Ihr mit der „Baurechte“-Aktion. Hierbei müsst Ihr darauf achten, dass Ihr nur öffentliche Gebäude und die Eurer drei Gilden bauen dürft. Je nach Spalte kostet Euer Baurecht unterschiedlich viel. In der ersten Spalte ist es nur ein Silber. In den folgenden Spalten kosten Sie Baugenehmigungen. Hier fängt der komplizierte Teil des Spiels an. Die Ressourcen habt Ihr nicht als Marker, sondern müsst sie über die Preise auf den Kartenhaltern handeln. Kostet also Euer Baurecht zwei Baugenehmigungen, guckt Ihr auf dem Kartenhalter nach dem aktuellen Preis. Ist der beispielsweise vier, so müsst Ihr acht Silber bezahlen um die Baurechte zu erwerben. Nun nehmt Ihr Euch das erworbene Plättchen und legt es oben Rechts an Eurem Tableau an. Wie man schon anhand des Platzes erahnen kann: Ihr dürft maximal vier Baurechte in Eurem persönlichen Vorrat haben.
Um die Baurechte und Grundstücke zu nutzen, braucht Ihr die Aktion „Gebäude bauen“. Ihr schaut, wieviel Holz Euer Baurechte Plättchen kostet. Dann prüft Ihr den Preis auf dem Kartenhalter und bezahlt die entsprechende Anzahl an Silber. Ihr legt das Plättchen auf eins Eurer beanspruchten Grundstücke und nehmt den Grundstücksmarker wieder zurück. Den Vorrat füllt Ihr wieder von rechts nach links auf, sodass gegebenenfalls Eure Steuern wieder sinken. Auf dem Gebäudeplättchen sind Effekte aufgedruckt. Diese verändern in der Regel Eure Produktion und gleichzeitig den Preis von Waren auf den Kartenhaltern. Manchmal gibt es aber auch noch zusätzliche Effekte, wie das Erhöhen der Steuern durch die heilige Barbara. Außerdem stellt Ihr, sofern Ihr ein Gildengebäude und kein Öffentliches gebaut habt, eins Eurer Häuser aus der entsprechenden Reihe auf das Plättchen. Dadurch wird eins der Felder auf dem Tableau frei und Ihr dürft die aufgedruckte Aktion ausführen.
Etwas düsterer wird es bei der „Bergwerk“-Aktion. Um unter Tage zu gehen, benötigt Ihr verfügbare Bergleute auf Eurem Tableau oder Silber. Denn Ihr könnt bei der Bergbauaktion für den Preis einer Genehmigung (Preis wie üblich auf dem Kartenhalter) Bergleute von Eurem Vorrat zu den verfügbaren Bergleuten verschieben. Dann zieht Ihr ein, oder später mehrere, Bergbauplättchen. Seid Ihr im Spielgeschehen so weit fortgeschritten, dass Ihr mehrere ziehen dürft, sucht Ihr Euch eines aus. Zu Beginn habt Ihr nur die zwei Leiterfelder zur Auswahl. Hier zu schürfen kostet Euch zwei Holz. Später läuft es analog zu den Grundstücken, denn Ihr müsst angrenzend zu einem anderen Plättchen schürfen (oder den anderen Eingang nutzen) und bezahlt immer den höchsten Preis der angrenzenden Plättchen. Außerdem stellt Ihr immer eine Eurer Figuren auf das Plättchen und führt die aufgedruckten Effekte durch.
Das Leben in Kutná Hora ist teuer. Also müsst Ihr auch irgendwie an Silber kommen. Das geschieht über die „Einkommen“-Aktion. Dafür prüft Ihr Eure Produktionsmarker und nehmt Euch jeweils die Zahl an Silber, die die entsprechende Ware aktuell wert ist. Eine Besonderheit dieser Aktion sind noch die Patrizier. Sie bringen in bestimmten Runden Siegpunkte. Sofern Patrizier im Vorrat liegen, könnt Ihr sie für zehn Silber auf ein Feld Ihrer Farbe legen und sie bringen von nun an den Siegpunktebonus für alle(!).
Ein bisschen Abwechslung bringt noch die heilige Barbara ins Spiel. Habt Ihr über Gebäude Pelikanwappen erhalten, könnt Ihr mit dieser Aktion und dem Wappen den nächsten Teil der heiligen Barbara errichten. Dazu nehmt Ihr das offene Teil mit der niedrigsten Zahl, führt die oberen Bonuseffekte aus und dreht es um. Dadurch wird Stück für Stück die heilige Barbara errichtet und Ihr erhaltet weniger Steuererhöhungen. Diese kommen meistens durch den Bau von Gebäuden, die entweder die Steuern direkt erhöhen oder den unteren Effekt (Steuererhöhung) der Bauabschnitte der heiligen Barbara auslösen. Auch hier wird das niedrigste Teil der Kirche umgedreht und der positive Effekt oben kann nicht mehr genutzt werden.
Abschließend gibt es noch den Joker, der für alle oben genannten Aktionen steht, Euch aber Reputation kostet. Diese ist wichtig für Boni (Senkung der Kosten für Grundstücke, kein Reputationsverlust für den Joker und Siegpunkte).
Sobald Ihr alle drei Mal an der Reihe wart und so jeweils fünf Aktionen ausgeführt habt, endet die Runde. Dann müsst Ihr in der Regel Steuern bezahlen oder verliert Reputation. Außerdem kommen nach etwa der Hälfte die Gebäude der roten Patrizier ins Spiel. Ebenso werden die Siegpunkte der eingesetzten Patrizier-Plättchen am Ende der letzten zwei bzw. drei Runden gewertet. Dann gebt Ihr den Startspielermarker weiter und startet mit der nächsten Runde.
Am Ende der letzten Runde erfolgt die Schlusswertung. Diese geht nach den einzelnen Gebieten des Spielplans. In Kutná Hora selbst geht Ihr jedes Gebäude durch, prüft die Symbole des Plättchens und die Symbole der angrenzenden Gebäude sowie der Reihen. Gibt es hier Übereinstimmungen, erhaltet Ihr für jede dieser Übereinstimmungen einen Siegpunkt. Beim Bergwerk geht Ihr Reihe für Reihe durch und zählt die Sterne. Dadurch erhaltet Ihr die Information, wie viele Siegpunkte der erste, zweite und dritte Platz erhält. Die Platzierung wiederum erhaltet Ihr, indem Ihr zählt, wie viele Sterne Ihr jeweils beigetragen habt. Die Person mit den meisten Sternen erhält auch die meisten Siegpunkte. Abschließend gibt es durch das Einkommen, die Reputation und verbliebene Gebäudeplättchen, beanspruchten Grundstücken und ungenutzten Pelikanwappen noch Siegpunkte. Am Ende gewinnt die Person mit den meisten Siegpunkten
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Cover & Bilder © Cover: CGE/HeidelBÄR / Bilder im Artikel und Teaserbild: www.sofahelden.de Das Fazit von: Born2bewild
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