One Mind

One Mind

Genre: Wortspiel • Ratespiel • Partyspiel
Autor: Sophia Wagner
Illustrator: Jan Biehl
Spieleverlag: Schmidt Spiele
Empfohlenes Alter: Ab 8 Jahre
Spieldauer: 20 – 30 Minuten

One Mind   09.03.2026 von 2-PL4Y3R5

„One Mind“ bezeichnet den Zustand, den die Spieler erreichen, wenn ihre Gedanken konvergieren und sich zu einem einzigen Gedächtnis zusammenschließen, also ein kollektives Gedächtnis formen. Wir sind uns unschlüssig, ob One Mind die Ausbildung eines solchen Zustands fördert, oder eher zu Zerwürfnissen zwischen den Spielern führt, weil jeder an etwas anderes denkt. In unseren Partien wurde es erstmal schlimmer, bevor es besser wurde. Vielleicht ist auch der Weg das Ziel. Aber genug philosophiert; wir sind hier, um einen Blick auf das Spiel zu werfen. Und euch darüber aufzuklären, ob es Spaß gemacht hat. Oder eben nicht. Los geht’s.

 

Das Material und die Vorbereitung

 

Für ein Spiel mit dieser kleinen Schachtelgröße steckt in One Mind richtig viel drin. 8 dry-Erase Marker mit „Radiergummi“, ein Stoffbeutel für die Buchstaben-Plättchen, große Edelsteine aus Plastik als Siegpunkte-Marker. Für einen UVP von 15 EUR wird hier einiges geboten.

 

Schauen wir uns den Spielaufbau an. Jeder Spieler entscheidet sich für eine der acht Spielerfarben und nimmt sich alle sieben Karten der entsprechenden Farbe und einen Stift. Auf diese Karten schreiben die Spieler im Spielverlauf Wörter, die dann rechts neben der entsprechenden Zeile der Rundenleiste platziert werden. Die Rundenleiste kommt also in die Tischmitte. Und in jeder Spielrunde wird es eine neue Zeile mit Wörtern geben.

 

Bevor es los geht, wird der Stoffbeutel noch mit den Buchstaben-Plättchen gefüllt. Zufällig gezogene Plättchen geben in jeder Runde den Anfangsbuchstaben für die Wörter vor. Außerdem wird ein Vorrat mit den Edelsteinen gebildet. Wie viele Edelsteine im Vorrat landen ist einer Tabelle in der Regel zu entnehmen und sowohl von der Spielerzahl als auch vom Schwierigkeitsgrad abhängig.

 

Vor der ersten Runde muss bereits jeder Spieler ein Wort vorlegen. Dazu erhält jeder Spieler einen eigenen, zufälligen Buchstaben aus dem Beutel und muss ein beliebiges Wort mit dem entsprechenden Anfangsbuchstaben auf eine seiner Karten schreiben. Sind alle fertig, werden die Worte offengelegt und in die erste Reihe der Rundenleiste, vor der Zeile für Runde 1 gelegt. Nun kann es auch schon losgehen.

 

Das Spielziel

 

One Mind ist ein semikooperatives Spiel. Schaffen es nicht alle Spieler zusammen nach der sechsten Runde alle Edelsteine aus dem Vorrat geleert zu haben, verlieren alle. Sobald der letzte Edelstein aus dem Vorrat genommen wurde, gewinnt derjenige Spieler, der die meisten Edelsteine hat.

Wofür gibt es Edelsteine? In jeder Runde wird überprüft, ob es Wort-Übereinstimmungen gibt. Jeder Spieler, der ein Wort notiert hat, das mit einem anderen Wort derselben Runde übereinstimmt, erhält Edelsteine. Sollte es sich um die erste Übereinstimmung für den Spieler innerhalb der Partie handeln, bekommt er 2 Edelsteine. Für weitere Übereinstimmungen von Worten desselben Spielers in späteren Runden gibt es nur noch einen weiteren Edelstein.

 

Der Spielablauf

 

Eine Partie One Mind wird über bis zu sechs Runden gespielt. Jede Runde verläuft dabei in drei simplen Phasen.

 

In Phase 1 „Buchstabenchip werfen“ wird ein zufälliger Buchstaben-Chip aus dem Stoffbeutel gezogen und ein Münzwurf durchgeführt. Nun, kein Münzwurf; es sind ja Chips. Ein Chipwurf also. Jedenfalls sind Buchstabenchips doppelseitig. Die eine Seite zeigt einen Buchstaben, während die andere Seite ein Fragezeichen darstellt. Fällt der Chip auf die Buchstaben-Seite, so müssen alle Spieler ein Wort mit diesem Anfangsbuchstaben schreiben. Das ist meist leichter, um Wort-Übereinstimmungen zu erzeugen. Fällt der Chip auf die Fragezeichen-Seite, so dürfen alle Spieler beliebige Worte aufschreiben. Der Chip wird zur Erinnerung mit der entsprechenden Seite auf die Rundenleiste gelegt.

 

In Phase 2 „passenden Begriff aufschreiben“ notieren nun alle Spieler entsprechend der Vorgabe ein Wort auf eine ihrer Karten. Das Ganze muss natürlich so geschehen, dass die Mitspieler das geschriebene Wort nicht einsehen können. Wie soll man so Übereinstimmungen schaffen, fragt ihr euch? Ganz einfach: oberste Priorität muss es haben, ein Wort zu finden, dass man in irgendeiner Weise mit den in der vorherigen Runde bzw. in der Spielvorbereitung notierten Begriffen verbindet. Oder von dem man denkt, dass ein Mitspieler es mit den zuvor notierten Begriffen verbindet. Das Wort kann Gemeinsamkeiten vieler Begriffe oder nur weniger Begriffe haben. Welche Gemeinsamkeiten könnten die anderen Spieler entdecken?

 

In Phase 3 „Auswertung“ werden dann alle Wortkarten auf die entsprechende Reihe der Rundenleiste platziert, beginnend bei der Person, die als letztes einen Begriff notiert hat, und weiter im Uhrzeigersinn. Nach jedem Wort, das platziert wurde, wird überprüft, ob es Mitspieler gibt, die dasselbe Wort notiert haben. Ist das der Fall, legen diese Spieler ihre Karte auf die Karte mit demselben Wort und alle am Match beteiligten Spieler erhalten Edelsteine.

 

Sollten am Ende der Runde noch Edelsteine im Vorrat sein, startet die nächste Runde. Sind die Edelsteine verbraucht, hat das Team zusammen gewonnen, aber der wahre Sieger ist derjenige mit den meisten Edelsteinen. Am Ende der sechsten Runde, endet die Partie. Sollten noch Edelsteine übrig sein, haben alle gemeinsam verloren.

 

 

Bildergalerie von One Mind (5 Bilder)

Spielmaterial

 

  • 1 Rundenleiste
  • 56 beschreibbare Karten in 8 Farben
  • 24 Edelsteine
  • 23 Buchstabenchips
  • 8 Stifte
  • 1 Stoffbeutel
  • 1 Spielanleitung


Cover & Bilder © Cover: Schmidt Spiele / Bilder im Artikel und Teaserbild: www.sofahelden.de


Das Fazit von: 2-PL4Y3R5

2-PL4Y3R5

Spielspaß/Spielgefühl: Wir sind keine Party-Spiel Liebhaber. Es gibt aber einige Wort-Spiele, die wir durchaus interessant finden. Wir lieben zum Beispiel Codenames. Aus diesem Grund wollten wir One Mind unbedingt mal ausprobieren. Interessant war zu beobachten, wie sich die Worte in jeder Runde immer weiter annähern. In der Spielvorbereitung liegen in der Regel Worte aus, die gar nichts miteinander zutun haben. Dann konvergiert die Wortliste häufig auf eine Art und Weise, dass sich mehr Gemeinsamkeiten erkennen lassen. Besonders lustig wird es dann, wenn man nach ein paar Runden trotzdem noch keine Übereinstimmung erzielt hat, und dann plötzlich wieder alle ausliegenden Worte „auseinanderdriften“. Da war man schon mal kurz davor und fährt dann die ganze Schose gegen die Wand. Witzig ist es trotzdem! Es hat noch nie so viel Spaß gemacht, gemeinsam zu verlieren.

 

Balancing/Glücksfaktor: Während der ersten Partie und mit neuen Leuten, ist es eigentlich fast Glückssache ein Match zu erzielen. Aber eins ist sicher: wenn man ein paar Runden in derselben Konstellation gespielt hat, weiß man schon eher, welche Wörter die Mitspieler so auf ihre Karten schreiben. Auf der Webseite wirbt One Mind mit „Jede Partie ist komplett anders!“ – wir hatten eher das Gefühl, dass dieselben Spieler bei bestimmten Buchstaben öfter dieselben Worte wählen. Spielt man also häufig in derselben Gruppe, ahnt man zumindest, was andere Spieler schreiben werden, nicht weil man die Person besser kennt oder sich der namensgebende „One Mind“ einstellt, sondern einfach aus der Spielerfahrung. Solche taktisch herausgearbeiteten Matches sind dann aber eher langweilig. Die richtig coolen Momente sind unerwartete Matches, wenn sich herausstellt, dass man wirklich dieselben Gedanken und Assoziationen hatte. Strategisch ist hier gar nichts. Und das macht es so besonders. Das unerwartete Glücksmoment. Und die plötzliche Verbundenheit mit dem Mitspieler, die man fühlt.

 

Komplexität/Regeln: One Mind ist ein klassisches Familienspiel. Die Komplexität ist quasi null. Das Spiel ist in unter einer Minute erklärt. Wie in jedem Wort-Spiel sollte lediglich klargemacht werden, welche Wörter erlaubt sind und im Falle von One Mind im Speziellen was genau als Wort-Übereinstimmung zählt.

 

Spielerinteraktion/Spieleranzahl: One Mind geht auch als Party Spiel durch. Es eignet sich laut Verlag für 2 bis 8 Spielende. Wir haben One Mind zu viert gespielt. Zu zweit oder zu dritt würden wir es nicht aus der Schublade holen. Würden wir es mit voller Besetzung spielen wollen? Wir sehen nicht was dagegenspricht. Alle Spieler schreiben gleichzeitig ihr Wort auf ihre Karte. Es gibt also keinen Nachteil, was die Downtime angeht. Und je mehr Wörter, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass es Übereinstimmungen gibt. Zu viert haben wir in fünf Partien zu je 6 Runden nur 6 Übereinstimmungen gehabt. Ohne Übereinstimmungen ist die Stimmung eher mau, aber sollte mal ein Wort matchen, ist die Freude groß. In dem Sinne ist die Spieleranzahl nur förderlich!

Was die Spielerinteraktion angeht, verhält es sich für ein Partyspiel eher untypisch. Wörter werden im Stillen und geheimen notiert. Kommunikation ist dabei verboten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die semikooperative Natur des Spiels. Diese ist aber kaum spürbar. Eigentlich versucht jeder für sich Übereinstimmungen zu generieren, um Edelsteine abzukassieren. Denn derjenige mit den meisten Edelsteinen am Spielende gewinnt. Dass alle gemeinsam verlieren, wenn man nicht alle Edelsteine aus dem Vorrat geleert hat, bleibt im Spielverlauf eigentlich unbedeutend.

 

Spieldauer: Auf der Spielschachtel steht 20 Minuten. Wir haben zu viert am ersten Abend gleich fünf Partien hintereinander weggespielt und eher 10-15 Minuten pro Partie zu je 6 Runden gebraucht. Im Grunde lässt sich die Spieldauer auch beliebig anpassen und via Hausregel einfach eine beliebige Anzahl an Runden spielen, um zu sehen, wo die Wörter-Reise so hinführt. Es spricht ebenso nichts über Best of 3 oder Best of 5 Sessions, um etwas länger Spaß mit One Mind zu haben.

 

Wiederspielbarkeit: Die Regel listet einige Varianten. One Mind ist definitiv ein Spiel, dessen Wiederspielwert auch mit variablen Hausregeln erhöht werden kann. Die Regel schlägt zum Beispiel den Modus „tierisch schwer“ vor, bei dem keine Tiere als Begriffe gewählt werden dürfen. Uns hat der semikooperative Charakter nicht so sehr zugesagt. Wir haben nach ein paar Partien die Edelsteine gar nicht mehr abgezählt und einfach geschaut, wer nach Runde 6 die meisten Edelsteine hat, um den Sieger zu ermitteln. Wer häufig größere Spielrunden plant und Wort-Spielen prinzipiell etwas abgewinnen kann, der hat mit One Mind sicher lange Spaß.


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