Ich seh ich seh

Ich seh ich seh

Originaltitel: Godnight Mommy
Genre: Thriller • Horror
Regie: Veronika Franz • Severin Fiala
Hauptdarsteller: Susanne Wuest • Elias Schwarz • Lukas Schwarz
Laufzeit: DVD (95 Min) • BD (99 Min)
Label: Koch Media Home Entertainment
FSK 16

Ich seh ich seh   22.10.2015 von MarS

Dass immer wieder Filmperlen aus Österreich ihren verdienten Weg beschreiten ist mittlerweile bekannt. Wenn allerdings ein Film aus dem Horror-Genre plötzlich mit Preisen überschüttet wird und sich sogar zum österreichischen Vertreter bei den Oscars mausert, dann wird man doch mehr als neugierig. Wir haben deshalb das Regiedebüt von Veronika Franz und Severin Fiala Ich seh ich seh einmal ganz vorbehaltslos auf uns wirken lassen - das Ergebnis könnt Ihr im Folgenden nachlesen:

 

Die Zwillinge Elias und Lukas (Elias und Lukas Schwarz) genießen ihre Sommerferien allein zu Hause, da ihre Mutter einige Zeit im Krankenhaus verbringen muss. Als sie eines Tages vor der Tür steht, erkennen die beiden ihre Mutter kaum wieder, denn ihr ganzes Gesicht ist nach einer Operation einbandagiert. Doch nicht nur das, denn auch das Verhalten scheint sich völlig verändert zu haben, denn sie schottet sich komplett ab und reagiert immer wieder aggressiv auf ihre Söhne. Elias und Lukas kommen langsam Zweifel, ob die Frau in ihrem Haus tatsächlich ihre Mutter ist, und als sie ein Foto entdecken auf dem sie offensichtlich zusammen mit einer Zwillingsschwester zu sehen ist stellen die beiden die fremde Frau zur Rede...

 

Ich seh ich seh hat es mir nicht einfach gemacht. Einerseits ist der Film absolut hervorragend. Die Atmosphäre ist ab der ersten Minute sehr dicht und beklemmend und die ruhige aber intensive Erzählweise verstärkt das unwohle Gefühl, welches sich immer mehr steigert bis dieses im großartigen und unerwartet brutalen Finale die Spannung zum Bersten bringt. Die wenigen Schauspieler, allen voran die Zwillinge Lukas und Elias Schwarz, agieren sehr authentisch und tragen die Geschichte nahezu alleine, denn auf Score und Soundtrack wurde bei Ich seh ich seh bewusst verzichtet. Lediglich ein Kinderlied zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Inszenierung. Leider gibt es für mich ein riesiges Manko, dass mir die Spannung im Film genommen hat und diesen dadurch auf einen atmosphärisch dichten Thriller reduziert hat. Der wohl größte Storytwist von Ich seh ich seh hatte sich mir nämlich schon nach wenigen Filmminuten offenbart und konnte mich im Finale nicht mehr überraschen sondern nur noch in dem was mir sowieso schon klar war bestätigen. Für Genre-Neulinge oder auch Filmfreunde die in den richtigen Momenten ihre Konzentration auf andere Dinge legen ist Ich seh ich seh aber mit Sicherheit ein albtraumhaftes Stück Psycho-Horror, welches man nicht so schnell vergisst. 

 

Bildergalerie von Ich seh ich seh (4 Bilder)

Das Bild der DVD ist sehr grobkörnig und bietet nur in wenigen Szenen so etwas wie echte Schärfe. Die Farbgebung ist jedoch natürlich und der Kontrast absolut solide eingestellt, der Schwarzwert ist nicht immer optimal und wird hier und da zu einem dunklen grau. Der Ton ist trotz seiner Frontlastigkeit stets dynamisch, wenn auch hier und da etwas blechern bei den Dialogen. Nur selten verirren sich Effekte, diese sind jedoch gezielt platziert und verfehlen nicht ihre Wirkung.



Cover & Bilder © Plaion Pictures


Das Fazit von: MarS

MarS

 

Leider konnte mich persönlich Ich seh ich seh nicht komplett überzeugen, da ich bereits nach wenigen Minuten einen Teil der Auflösung erahnen konnte und damit auch Recht behalten sollte. Nichts desto trotz ist der Film ein intensiver, beklemmender und schockierender Psycho-Thriller, der mich trotz verloren gegangener Spannungskurve zu fesseln gewusst hat. Wieder einmal beweist Österreich seine Kunst zum Filme machen und wer sich auf Ich seh ich seh einlässt sollte auf alles gefasst sein.


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