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Lommbock
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BEWERTUNG |
11.10.2017 von Beef SupremeGeschlagene 16 Jahre ist es her, dass sich Moritz Bleibtreu und Lukas Gregorowicz als Pizzabäcker und Teilzeitdealer verdingt haben. So lange hat es gedauert, bis sich das alte Team wieder zusammengefunden und trotz etwas grauerer Haare und tieferer Furchen im Gesicht den Dübel immer noch wie eine eins rollen. Kann Lommbock den bekifften Charme der frühen 2000er wieder entfachen wie Kai seinen Johnny?
Typisch deutsch orientiert sich der Film an bodenständigen Problemen des Alltags, schafft aber das Kunststück, diese durch ein gerüttelt Maß an Absurdität und Witz interessant darzustellen. Dabei wird fast schon von Beginn an der Flair des ersten Teils eingefangen, an dem sich Regisseur Zübert, der auch schon Lammbock inszenierte, sehr deutlich orientierte. Dennoch wirkt Lommbock nicht wie ein erneut angezündeter Blunt sondern zeigt auch so etwas wie eine Entwicklung. Aber zum Glück nicht zu viel, denn die Qualitäten, die schon den Vorgänger zum Kult gemacht haben, sind auch hier vertreten. Kais wilde, absurde Monologe und Theorien fehlen ebenso wenig, wie der verantwortungslose Gebrauch von Rauschmitteln. Auch das Kultwohnmobil mit seinen zwei verspulten Insassen Frank und Schöngeist gibt sich die Ehre und begeistert Kenner des ersten Films. Die meisten Gags sitzen und vermeiden glücklicherweise das Abrutschen in das Tal der Niveaulosigkeit. Und wenn auch so mancher Witz vorhersehbar ist, funktionieren tun sie trotzdem. Das liegt auch daran, dass sie von den zwei Hauptdarstellern bravourös transportiert werden. Zwar gealtert aber immer noch voller Spielfreude adeln Bleibtreu und Gregorowicz das gelungene Drehbuch mit ihrer charismatischen Darstellung zweier junggebliebener Vollkontaktkiffer, die keinen Bock auf Realität, dafür umso mehr auf gutes biologisches Zeug haben und nicht auf diese genmanipulierte Haze-Scheiße.
Handwerklich merkt man sofort, dass hier Profiroller am Werk waren. Nicht nur Bild und Ton stimmen, auch der Schnitt und die Kamera sind erfrischend dynamisch für einen Film aus deutscher Produktion. Auf allzu abgedrehte visuelle Effekte wurde hier im Gegensatz zum ersten Teil vollständig verzichtet, dafür aber auch peinlich genau darauf geachtet, dass das Rascheln der Papers auch schön präsent ist. Ein nettes Detail, das den Film gleich noch ein bisschen sympathischer macht. Cover & Bilder © LEONINE Distribution GmbH - Alle Rechte vorbehalten. Das Fazit von: Beef Supreme
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