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Spielwarenmesse Nürnberg 2026
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18.02.2026 von Born2bewildDie Spielwarenmesse in Nürnberg gehört bei uns seit vielen Jahren zum Pflichtprogramm und auch zur Routine. Dieses Jahr war es aber dennoch ein Novum, denn wir waren ja alle schon auf der SPIEL und sehr gespannt darauf, ob uns die Spielwarenmesse dann im Bereich der Brettspiele noch mit Neuem beglücken kann. Hinzu kommt, dass die Spielwarenmesse dieses Jahr ihr 75-Jähriges gefeiert hat. Alles in allem muss ich sagen: „leider“ gab es doch einiges an Neuigkeiten zu entdecken. Doch mehr dazu in unserem Messeüberblick…
Wie mittlerweile üblich reisten wir erst am zweiten Messetag, dem Mittwoch, an. Dies war besonders in Bezug auf das Wetter eine gute Wahl, denn die Tage zuvor herrschte ein ziemliches Schneechaos. Am Mittwoch konnten wir hiervon nur noch die Überbleibsel bewundern. Kaum angekommen und kurz in der Presselounge gesammelt, ging es auch schon zu den ersten Terminen. Hier stand Amigo als erstes auf dem Programm. Zwar kannten wir die Neuheiten im Großen und Ganzen schon, aber die Führung hat uns doch noch einiges Neues offenbart. So gibt es von Clack! nun eine magnetfreie Variante und wir konnten die ersehnte Jubiläumsausgabe von Wizard bewundern. Diese enthält nun alle Sonderkarten bisheriger Editionen (außer von Das schwarze Auge) und darüber hinaus noch ein paar weitere Verbesserungen. Es gibt keinen Wertungsblock mehr, sondern alles wird über Marker gezählt. Ebenfalls zu den Frühjahrsneuheiten gehört das Anfänger-Stichspiel Matter Matters, das mit einem interessanten Spielprinzip ums Eck kommt, bei dem man jede Stichfarbe hat und bei seinen Stichen auf das Gleichgewicht aus Materie und Antimaterie achten muss. Etwas mehr überzeugte uns Greedy Goose. Ein Spiel, bei dem es um das Sammeln von Karten geht, aber man darf nicht zu gierig sein. Den Abschluss machte dann Koffer, Katze & Sombrero, hinter dem wir erst eine Variante von „ich packe meinen Koffer“ vermutet hatten. Es ist aber ein weiteres Set-Collection-Spiel.
Ebenfalls am Amigo-Stand befand sich der Verlag Peasoup, der zwei „Spielbücher“ herausbringt, die uns gerade mit einem Kind in der Grundschule besonders gelockt haben. In einer Kombination aus klassischem Abenteuerbuch, einer App und Karten sind wir hier sehr gespannt, wie das Spiel bei Kindern ankommt. Dann ging es weiter zu Hutter, die sich nun auch mit um den Vertrieb des „Spiel Das!“-Verlags kümmern. Hier gab es interessante Ausblicke auf Jiangnan, Workerplacement in China, das kooperative Bergsteiger-Spiel The Peak Team und ein paar interessante Logik-Spiele. Von „Spiel Das!“ stach uns vor allem das uns bereits bekannte Aqualuma und Aelos ins Auge. Aber auch Raising Robots und die Vielfalt an Würfel- und 2-Spieler-Spielen weckten unsere Aufmerksamkeit.
Bevor es dann mit Schmidt Spiele weiterging, hatten wir etwas Zeit über die Messe zu schlendern und machten einen kurzen Stopp bei Pendragon. Hier gab es die von uns mit Sehnsucht erwarteten Spiele Eternaut und No more Dead - New York zu sehen. Allerdings wird es noch einiges an Zeit dauern, bis sie auf den Markt kommen. Bei Schmidt Spiele gab es wieder viel Interessantes im Bereich der Familienspiele zu entdecken. Für uns das Highlight war das Partyspiel Time to Schein, bei dem Geldscheine als Währung für die Zeit eingesetzt werden und von einem Buzzer eingelesen werden können. Innerhalb einer gewissen Zeit muss man nun Aufgaben erfüllen, um sein Geld zu vermehren und es erneut setzen zu können.
Den Abschluss des Tages machte Kosmos. Hier gab es ordentlich auf die Ohren, denn man bringt hier nun auch ein Musikspiel im Hitster-Stil heraus. Play macht aber ein paar Sachen anders. So kann man sich vorab pro Team für unterschiedliche Genres zum Raten entscheiden und man hat unterschiedliche Spielmodi, wie beispielsweise „früher“ und „später“, die sich aber auch auf die Erscheinungsjahre der Titel beziehen. Dafür ist man allerdings nicht auf Spotifiy eingeschränkt, sondern kann auch andere Anbieter wie beispielsweise Apple Music verwenden. Darüber hinaus gab es einige Kartenspiele zu entdecken, von denen uns besonders die Neuauflage von Catan - Das Kartenspiel nahegelegt wurde. Hier sind wir schon sehr gespannt. Es macht einiges anders und einfacher. Besonders interessant wirkte der Aufbau von Temple Twist, einem kooperativen Labyrinth-Spiel, das dieses Jahr sogar den Toy Award gewinnen konnte. Mit Kosmos und schweren Füßen endete dann auch unser erster Messetag etwas früher. Schließlich wussten wir, dass der Donnerstag mit der Red Night etwas länger werden würde.
Der Donnerstag begann dank später Termine sehr gemütlich. Zwar fühlten wir uns am Morgen etwas angeschlagen, aber das verflog schnell wieder. Spätestens als wir mit Ravensburger einen Marathon durch die Neuheiten starteten. Hier gab es einige Highlights, zu denen auch das Jubiläum von Lotti Karotti gehörte sowie einige Klassiker, die in neuem Retro-Look wieder aufgelegt werden. Ein besonderes Augenmerk hatten wir für Carcassonne Labyrinth. Hier wurden die beiden Spiele zu einem sehr interessanten Mechanismus kombiniert. Die Plättchen, die man herausschiebt puzzelt man - wie in Carcassonne - zu Straßen und Städten zusammen. Ebenfalls sehr gut - besonders aus der Sicht von Eltern mit Kindern, die ein zu großes Spielzeug-Volumen haben - fanden wir die Mini-Varianten von Gravitrax. Geschrumpft auf ein Brotzeitbox-Format mit sechseckigen Noppensteinen sind der Kreativität hier keine Grenzen mehr gesetzt und alles lässt sich platzsparend verstauen.
Als nächstes stand Arcane Wonders auf dem Programm. Hier hatten wir schon Leylines angespielt, das gerade in der Spieleschmiede auf Deutsch gefounded wird. Außerdem entdeckten wir das kooperative Spiel If Then, bei dem wir gemeinsam versuchen einen Code zu knacken. Während man sehr einfach bei Level 0 einsteigt, ist Level 3 nahezu nicht schaffbar. Dafür gibt es aber zu jedem Level sehr viele Karten, die man zum Üben verwenden kann. Auch Foundations of Rome war ein echter Eye-Catcher.
Nach einem kurzen Messespaziergang widmeten wir uns dann Heidelbär und CGE. Neben der bekannten Neuheiten wie Codenames - Back to Hogwarts, gab es auch den „Nachfolger“ von The Kings Dilemma, nämlich The Queens Dilemma zu bewundern. Auch Elznir hatte einiges zum Zeigen. Besonders ins Auge stach uns dabei das Gemeinschaftsprojekt mit HYBR: Towers of Yoma, ein App gestütztes Tower-Defense*Game. Für Elznir gab es mit dem ersten selbstentwickelten Spiel Banano eine Premiere.
Den Abschluss, was Neuheiten angeht, machte Pegasus. Bekannt für seinen großen und sehr umfangreichen Stand, hatten wir hier schon mehr Zeit eingeplant, die aber trotzdem nicht für alles ausreichte. Von der Präsentation der Kinder-Geschicklichkeitsspiele wie Torten Träume, über kooperative Karten Spiele wie Last Minute, bis hin zu Kennerspielen mit sehr interessantem Spielmaterial wie Kalypso, war alles dabei.
Am Stand von Pegasus ging es dann auch schon direkt in die Red Night über. Nach einer kurzen Stärkung am Stand, schlenderten wir wieder etwas durch die Messe. Auffällig waren hier neben Pegasus wieder Schmidt Spiele, die ebenfalls für das leibliche Wohl sorgten, aber auch die Denkriesen und Kosmos, die für ordentlich musikalische Unterhaltung sorgten. Wer es lauter verträgt, muss aber dann in die Hallen des Partyzubehörs gehen. Am Tonies-Stand traf man mit Heavysaurus meinen persönlichen Musikgeschmack. Auch wenn wir wegen des nahenden Freitags nicht so lange bleiben konnten, hatten wir sehr viel Spaß auf der Red Night und bedanken uns für die Einladung.
Der Freitag fiel uns sehr schwer. Er begann mit Piatnik, wo wir einige bekannte Neuheiten von der SPIEL aber auch einiges Neues entdecken konnten. Das Highlight hier war für mich Die hängenden Gärten. Ein interessantes Plättchen-Legespiel. Weiter ging es bei asmodee. Dort hatte man das bereits angekündigte neue Lego-Spiel Lego Ninjago - Destiny’s Bounty Adventures ausgestellt. Die Erklärungen am Stand waren dieses Jahr leider etwas dürftig, was unseren Eindruck zu dem Spiel eventuell etwas beeinflusst hat. Es fühlte sich auf den ersten Blick zumindest nach zu wenig Lego an für ein Lego-Spiel, aber vielleicht ist man da durch Monkey Palace auch etwas verwöhnt. Ebenfalls sehr interessant wirkten das Kartenspiel dnup und das Familienspiel Got Five!, das an eine Art umgekehrtes Bomb-Busters für Kinder erinnerte.
Nach einem kurzen Abstecher bei GiGamic und allplay widmeten wir uns dem gigantischen Stand von Simba Dickie, bei dem uns neben den Brettspielneuheiten von Zoch und Noris noch diverse neue Spielwaren präsentiert wurden. Es ging von Kinderspielen wie Flitze Flatze Bärentatze über Logikspiele wie IQ Rope und kuscheligen Glücksbärchis bis hin zu massiven Actionfiguren aus Metall von amerikanischen Subunternehmen.
Im vorletzten Termin präsentierte man uns am Stand von Cranio noch das vielversprechende Geschicklichkeitsspiel Orcs Up!. Ebenfalls interessant war hier das an Harmonies erinnernde Planet Bee, das den bekannten Mechanismus noch etwas komplexer präsentieren möchte. Neu war für uns der Verlag Red Glove, der vor allem mit Kinder- und Familienspielen auf der Suche nach deutschen Distributoren war. Hier stach uns Jurassic Valley ins Auge, das durch seine Fossilien-Modelle aus Holz bestach. Ebenfalls interessant dürfte aber der Dungeon Cube sein, der vom Grundprinzip her an einen Rubics Cube erinnert, bei dem man aber nicht die Farben sortieren, sondern Aufgaben erledigen und sich durch eine Geschichte spielen muss.
Den Abschluss der Messe machte für uns dann Game Factory. Hier gab es neben der Kollektion aus Minispielen wie beispielsweise Auf die Eier, noch einige familientaugliche Spiele zu entdecken. Da mir Spiele mit Memory-Komponente nicht so liegen, blieb bei mir vor allem das interessante Legespiel chroma und das Partyspiel Dito! hängen. chroma erinnert ein wenig an Domino. Man muss Farbkarten so auslegen, dass die angrenzenden Karten mit den passenden Farben auf dem Farbkreis übereinstimmen. Hinzu kommen dann noch einige Sonderkarten. Bei Dito! geht es darum, Begriffe zu finden und auf einem 3x3 Tableau einzutragen. Diese sollten nur mit einer und nicht mehr Personen übereinstimmen, um möglichst viele Punkte zu erhalten.
Nach diesen vielen Eindrücken waren wir erst einmal sehr erschöpft, schlenderten noch gemütlich raus und machten uns auf den Heimweg. Irgendwie hat man trotzdem immer das Gefühl, das man irgendetwas Wichtiges übersehen hat. Was natürlich nicht unwahrscheinlich ist, bei der Größe der Messe.
Zusammenfassung - Fazit
Auch wenn es dieses Jahr knapp 50 weniger Aussteller waren wie im Vorjahr (2.313 aus 68 Ländern dieses Jahr), wirkte die Messe dieses Jahr bedeutend voller. Gerade am Mittwoch war es sehr voll. Aber das spiegelt auch ein wenig die Statistik wider, denn mit 58.900 Besuchern waren es 1.400 mehr als im Vorjahr. Dass die Messe ihr 75-jähriges Jubiläum feiert, war zwar überall zu lesen und im West-Eingang mit Live-Musik zu hören, doch irgendwie hatten wir da etwas Größeres erwartet. Es lief für uns fast nur im Hintergrund ab. Was wir dieses Jahr sehr vermisst haben, war das Maskottchen am Eingang Ost. Hier stand dieses Jahr ein Glückwunsch von Paw Patrol an die Messe, aber sonst war es relativ leer in der Eingangshalle. Davon abgesehen würden wir aber sagen, dass es eine sehr erfolgreiche und schöne Messe war. Wir hatten viele sehr nette Gespräche, schöne Führungen durch die Neuheiten, haben viel gelacht und sind sehr viel gelaufen. Natürlich hätten wir auch gerne jeden Stand besucht, denn auch bei den Spielwaren gibt es viel zu entdecken, aber dafür bräuchte man „etwas“ mehr Zeit. Ebenso würden wir natürlich gerne zu jeder Neuheit, die wir so entdeckt haben detaillierter berichten, aber das kommt dann in den selektiven Reviews, denn auch hier gibt es leider ein Limit: die Zeit. Für uns war es wieder eine tolle Zeit und wir freuen uns auf die nächste Spielwarenmesse vom 2.-6.02.2027. Cover & Bilder © Cover: Spielwarenmesse eG, Teaserbild und Bilder im Artikel: www.sofahelden.de |
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