Aqualuma

Aqualuma

Genre: Diceplacement • Abenteuer • Kooperativ • Push-your-luck
Autor: Michael Luu
Spieleverlag: Spiel Das!
Empfohlenes Alter: 10
Spieldauer: 45 Minuten

Aqualuma   18.05.2026 von Born2bewild

Zwar lädt das Wetter im Moment noch nicht zum Baden ein, die Bewohner von Aqualuma haben aber keine Wahl, denn sie werden von der Dunkelheit bedroht und suchen nach Held*innen wie Euch, die mit ihren magischen Fähigkeiten die Dunkelheit aufhalten und gemeinsam besiegen können. Dafür müsst Ihr die mächtigen Lichtkugeln finden, die in den fünf Welten von Aqualuma verborgen sind. Ob es uns gelungen ist, die Welt des kooperativen Spiels zu retten und ob es eine hohe Wertung erreicht hat oder es diesbezüglich dunkel aussieht, erfahrt Ihr in unserem Review…

 

Spielmaterial und Aufbau

 

Aqualuma spielt in fünf Welten, die durch fünf verschiedene Tableaus dargestellt sind. Hierzu gesellt sich die Tauchstation und das Dunkeltableau. Bei der Verpackung und den Karten, die in Papierbanderolen eingepackt sind, hat man auf Kunststoff verzichtet. Die Stanzbögen und Spielertableaus sind allerdings in Folie eingepackt. Hinzu kommen auch einige Zipp-Beutel, unter anderem für die Dunkelkristalle und die Würfel. Die Würfel sind für Personen mit Rot-Grün-Schwäche speziell mit weißen und schwarzen Augen versehen, sodass sie unterschieden werden können. Die Würfel und auch Dunkelkristalle sind aus Kunststoff. Die Truhe müsst Ihr vor dem ersten Spiel zusammenstecken. Sie ist aus Karton, aber überraschend robust. Sie befindet sich mit den Magiestreifen und den sechs Spielfiguren, zu denen es leider nur vier Standfüße gibt, in den Stanzbögen. Insgesamt ist das Design sehr stimmig und süß. Es ist somit auf den ersten Blick schon als Familienspiel zu erkennen. Die Materialstärken sind in Ordnung. Die Spielertableaus sind etwas dünn, dafür sind aber die Magiestreifen und Welten-Tableaus sehr solide.

 

Für den Spielaufbau legt Ihr die fünf Welten entsprechend einer der Varianten in der Anleitung oder Eurer Wahl auf dem Tisch aus. Für die erste Runde wird die Pyramidenform mit der Tauchstation als Spitze empfohlen. Auf diese legt Ihr auch den „Letzte Zündung“-Marker. Die Lichtkugeln mischt Ihr und verteilt sie zufällig in den Welten auf den Feldern der entsprechenden Zahl. Da es eine mehr ist als Welten, legt Ihr auf die Welt mit der Eins noch eine weitere. Ebenfalls zufällig erhält jede Welt einen Magiestreifen. Von den Würfeln legt Ihr drei von jeder Farbe als verfügbare Würfel bereit. Die Übrigen legt Ihr in die Truhe. Nun mischt Ihr die Karten und legt die Magiekarten als Nachziehstapel neben und die Dunkelkarten auf dem Dunkeltableau bereit. Je nach gewählter Schwierigkeit deckt Ihr nun noch Dunkelkarten auf und legt sie an das Tableau von links nach rechts an. Die Dunkelkristalle legt Ihr auf das jeweils zweite Feld der einzelnen Welten. Nun wählt Ihr Euch je einem Charakter und nehmt Euch das Tableau. Die entsprechenden Figuren stellt Ihr auf die Tauchstation. Abschließend nehmt Ihr noch jeweils drei Magiekaten und es geht los.

 

Ziel des Spiels

 

Das Hauptziel ist es, je nach Schwierigkeit, eine bestimmte Anzahl an Lichtkugeln in die Tauchstation zu bringen und zu aktivieren. Dabei dürft Ihr aber die Gebiete nicht außer Acht lassen, denn nach jedem Zug folgt eine Dunkelphase, die die Dunkelheit in den einzelnen Gebieten zufällig vorantreibt. Nimmt sie überhand, so müsst Ihr die „Letzte Zündung“ aktivieren und habt noch eine letzte Chance. Gelingt es dann auch nicht, die benötigten Lichtkugeln zu aktivieren, bevor ein weiteres Gebiet der Dunkelheit verfällt, habt Ihr verloren.

 

Die Anleitung

 

Mit sechzehn Seiten ist die Anleitung ganz schön umfangreich für ein Familienspiel. Jedoch nimmt der Spielverlauf hiervon lediglich sieben Seiten ein. Die letzten drei Seiten sind ein Glossar zu den Magiekarten und den Magiestreifen. Der Aufbau nimmt inklusive der Aufbau-Varianten vier Seiten ein. Die übrigen Seiten sind das Deckblatt und das Spielmaterial. Insgesamt ist sie gut aufgebaut und enthält viele Beispiele und Bilder zur Veranschaulichung. Allerdings hatten wir beide etwas Schwierigkeiten das Ganze „trocken“ beim Lesen zu verstehen. Ihr solltet also besser das Spielmaterial schon einmal zur Hand nehmen.

 

Ins Wasser gefallen…

 

…seid Ihr gemeinsam, denn Aqualuma ist ein kooperatives Spiel, bei dem Ihr gemeinsam versucht die gleichnamige Welt zu retten. Gespielt wird reihum und Ihr durchlauft in Eurem Zug jeweils drei Phasen:

 

  • Würfel nehmen
  • Aktionen
  • Spielzug beenden und Dunkelphase

 

Als erstes nehmt Ihr euch genau drei beliebige Würfel, würfelt Sie und legt sie vor Euch ab. Die Würfel müsst Ihr von den verfügbaren nehmen. Gibt es nicht mehr genug oder die Auswahl gefällt Euch nicht, so nehmt Ihr stattdessen alle Würfel aus der Truhe und legt sie in den verfügbaren Vorrat. Macht Ihr das, müsst Ihr vor der Aktionsphase aber eine Dunkelphase durchführen (siehe unten).

 

Anschließend folgt die Aktionsphase. Ihr habt die Wahl aus verschiedenen Aktionen. In welcher Reihenfolge und wie oft Ihr sie ausführt, steht Euch dabei frei und ist nur durch die Karten auf eurer Hand begrenzt. Mit der Rückseite der Magiekarten könnt Ihr entweder weitere Würfel nehmen oder in eine angrenzende Welt reisen. Mit den Vorderseiten könnt Ihr wiederum Eure Würfelergebnisse beeinflussen.

 

Die Ergebnisse benötigt Ihr, neben der Anwesenheit Eures Charakters, für die Gebietsaktionen. Denn auf den Gebieten liegen die Magiestreifen, die Euch vorgeben, welche Bedingungen die dort abgelegten Würfel erfüllen müssen. Beispielsweise müssen aufsteigende Würfel abgelegt werden und sie müssen dieselbe Farbe haben. Dabei dürft Ihr aber immer nur von links nach rechts auf den Magiestreifen anlegen. Erreicht Ihr so ein Feld mit einem Lichtkugel-Symbol, bewegt Ihr alle vorhandenen sofort ein Feld nach links und zieht eine neue Magiekarte. Sollte die Lichtkugel dabei über das letzte Feld hinausziehen, wandert sie direkt auf Euer Charaktertableau. Seid Ihr irgendwann der Meinung, dass der Dunkelkristall auf der Welt schon zu weit vorangeschritten ist oder Ihr keine weiteren Würfel anlegen könnt, dürft Ihr auch die Aktion „Magie auflösen“ auswählen. Dann prüft Ihr als erstes, wie weit Ihr mit den Würfeln vorangeschritten seid und wie viele Felder der Dunkelkristall somit nach links wandert. Dann versetzt Ihr den Kristall und legt alle Würfel dieser Welt zurück in die Kiste. Außerdem wird der Magiestreifen ausgetauscht.

 

Sobald Ihr Lichtkugeln habt, könnt Ihr diese entweder mit Charakteren auf Eurem Feld tauschen oder Ihr bringt sie zur Tauchstation. Das Ablegen selbst kostet erstmal nichts, dafür aber die Aktion „Lichtkugel aktivieren“. Hierfür müsst Ihr von Euren Würfeln so viele zurück in die Truhe legen, bis die Augenzahl dieser Würfel mindestens die Anzahl der ausliegenden Dunkelkarten erreicht hat. Dann dreht Ihr die Lichtkugel auf die helle Seite. Ist es die letzte Lichtkugel, die Ihr benötigt, habt Ihr sofort gewonnen. Außerdem gibt es auf der Tauchstation noch weitere Spezialeffekte, die Ihr jeweils mit einer Sechs aktivieren könnt. Sie sind einmalig und verringern die Dunkelheit der einzelnen Welten.

 

Habt Ihr genug Aktionen durchgeführt, müsst Ihr Euren Spielzug beenden. Hierfür legt Ihr Eure übrigen Würfel in die Truhe und die ausgespielten Magiekarten auf den Ablagestapel. Nun dürft Ihr noch Eure Handkarten wieder auf drei aufziehen und müsst eine Dunkelphase durchführen. Dabei zieht Ihr eine Dunkelkarte und legt sie an das Dunkeltableau an. Die Karten werden immer von links nach rechts in die Spalten gelegt, sodass sie gleichmäßig verteilt werden. Jedes Mal, wenn Ihr eine Karte anlegt, werden die Kristalle aller abgebildeten Gebiete  dieser Spalte um eins nach rechts verschoben. Erreicht Ihr dabei ein Endfeld, habt Ihr mit der letzten Zündung noch eine Chance. Sie verringert die Dunkelheit beliebiger Welten um insgesamt fünf. Gelingt es Euch dann, genügend Lichtkugeln in der Tauchstation zu aktivieren, habt Ihr gewonnen, erreicht aber eine weitere Welt das letzte Feld der Dunkelleiste, habt Ihr leider verloren. Ebenfalls verloren habt Ihr, wenn Euch die Dunkelkarten ausgehen. Hiervon sind aber nach erster Einschätzung genug da.

 

Bildergalerie von Aqualuma (10 Bilder)

Lieferumfang

 

  • 1 Tauchstation
  • 5 Unterwasserwelten
  • 1 Dunkeltableau
  • 5 Dunkelkristalle
  • 21 Dunkelkarten
  • 1 Unterwasserwürfel
  • 6 Charaktertableaus
  • 6 Charakterfiguren
  • 4 Standfüße
  • 1 Truhe
  • 16 Magiestreifen
  • 24 Magiekarten
  • 21 Würfel
  • 6 Lichtkugeln
  • 1 Marker „Letzte Zündung“


Cover & Bilder © Cover: Spiel Das! Verlag / Bilder im Artikel und Teaserbild: www.sofahelden.de


Das Fazit von: Born2bewild

Born2bewild

Aqualuma ist ein leicht taktisches Familienspiel, bei dem auch eine Portion Glück mit dabei ist. Die Würfel bestimmen mehr oder weniger, was man macht. Beeinflussen kann man dies natürlich durch die Auswahl der Würfelfarben, der Welt, in der man sich gerade befindet, und die Magiekarten. Außerdem haben bestimmte Charaktere Fähigkeiten, um die Ergebnisse zu beeinflussen. Alles in allem scheint dieser „Push-Your-Luck“-Mechanismus sehr fair zu sein. Man muss stets überlegen: Geht man jetzt noch einmal tauchen und reduziert die Dunkelheit, sammelt man Lichtkugeln oder liegen schon sehr viele Dunkelkarten aus und man sollte Lichtkugeln aktivieren, denn jede Runde wird diese Aktivierung durch die Karten schwieriger. Alles in allem ist es ein sehr gelungenes Spiel, macht viel Spaß und ist sehr kommunikativ. Das was uns persönlich nicht so gut gefällt ist, dass es nur vier Standfüße gibt, was natürlich zur maximalen Spielerzahl passt, aber eben dazu führt, dass man die Figuren immer wieder auseinander bauen muss, wenn man andere Charaktere spielen möchte. Außerdem hätte man die Verpackung auch ein wenig kleiner gestalten können. Alex ist etwas an der Anleitung gescheitert, was aber auch etwas an ihm liegen könnte. So schwanken wir zwischen 7 und 8 von 10 Punkten. Das Bauchgefühl sagt aber, dass der Spielspaß für eine 7 zu hoch ist. Ebenso der Wiederspielwert durch die Vielzahl an Variationsmöglichkeiten der Welten und Magiestreifen. Somit kommen wir am Ende auf die besseren 8/10 Punkte.


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