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Black Phone 2
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BEWERTUNG |
18.01.2026 von MarSEthan Hawke ist zurück in seiner Rolle als "Greifer". Zumindest lässt uns das das Cover zu Black Phone 2 glauben. Worum es in der Fortsetzung zur gleichnamigen Kurzgeschichten-Adaption tatsächlich geht, und ob diese ebenso gelungen wie der Blumhouse-Erfolg The Black Phone ausfällt, das erfahrt Ihr in unserer Kritik...
Vier Jahre sind vergangen, seitdem Finney (Mason Thames) den Serienkiller "Greifer" (Ethan Hawke) getötet hat und dadurch seiner Gefangenschaft entfliehen konnte. Schwer traumatisiert verdrängt Finney seitdem seine Erinnerungen durch Gewalt und Drogen, während seine Schwester Gwen (Madeleine McGraw) versucht, ein normales Leben zu führen. Als die übernatürlich begabte Gwen allerdings erneut von düsteren Visionen heimgesucht wird, und dabei eine Verbindung zu ihrer Mutter entdeckt, die sich vor Jahren selbst das Leben genommen hatte, machen sich die beiden Geschwister gemeinsam mit Gwens Freund Ernesto (Miguel Mora) auf die Suche nach Antworten. Im Verlauf ihrer Reise zu einem christlichen Feriencamp, in dem ihre Mutter in ihrer Jugend gearbeitet haben soll, müssen sie schon bald feststellen, dass der "Greifer" offenbar zurückgekehrt ist. Und auch er war bereits früher einmal zu Gast am Alpine Lake...
Nach der überaus positiven Resonanz sowie dem großen Erfolg von The Black Phone stand eigentlich bereits fest, dass eine Fortsetzung kommen wird. Doch wie führt man eine Geschichte fort, die auf der einen Seite ohnehin nur eine Kurzgeschichte als Grundlage hatte, und auf der anderen Seite sogar ihren Antagonisten sterben ließ? Die Antwort darauf ist recht einfach: Man erweitert das bereits erschaffene filmische Universum und driftet damit noch weiter ins Übernatürliche ab, denn die Geschichte des Horrorfilms hat uns ja schon oft gelehrt, dass ein toter Serienkiller noch lange kein Dauerzustand sein muss. Wohin sich Black Phone 2 damit allerdings entwickelt muss man als Zuschauer erst einmal schlucken, denn die erzählerische Ausrichtung sowie die Inszenierung schlagen nun einen völlig neuen Weg ein, der grundsätzlich alles verändert, was den Vorgänger ausgemacht hatte. Aus dem ikonischen Antagonisten wird eine Nebenfigur, die erst im späteren Verlauf überhaupt aktiv ins Geschehen eingreifen darf und somit kaum etwas zur Atmosphäre beizutragen hat, während die Inszenierung extrem inflationär mit den bereits bekannten Anrufen aus dem Jenseits sowie den Visionen Gwens umgeht. Letztere wiederum heben sich vor allem optisch vom Rest des Films ab, denn Regisseur und Drehbuchautor Scott Derrickson setzt hier - ganz ähnlich wie bereits in seinem Horrorthriller Sinister - allzu ausgiebig auf verschwommene, unscharfe und extrem körnige Aufnahmen im "Snuff-Look", wodurch zwar die Brücke zu vergangenen Ereignissen sowie einer neu eingeführten Traumwelt auch visuell geschlagen werden soll, am Ende aber einfach nur ein vor allem für die Augen anstrengender Eindruck hinterlassen wird. Die Erklärung für die Rückkehr des Greifers erinnert damit außerdem nicht nur direkt an A Nightmare on Elm Street, sondern kostet Black Phone 2 auch unglaublich viel Zeit, denn die erdachte Exposition erfordert zum Verständnis leider auch ausgiebige Dialogpassagen, die weder die Spannung vorantreiben noch sonst große Unterhaltungswerte mit sich bringen. Gleichzeitig verwandelt Black Phone 2 seine eigene Figur in ein simples Freddy Krueger Abziehbild, wodurch der "Greifer" jegliche Eigenständigkeit und auch seine ikonische Ausstrahlung verliert, während die übrigen Darsteller nur wenig Möglichkeit erhalten, sich ähnlich intensiv wie im Vorgänger zu entfalten. Einige wirklich stark gefilmte Sequenzen - wie beispielsweise das Finale auf einem zugefrorenen See - stechen unterdessen äußerst positiv hervor, wodurch es der Fortsetzung immerhin noch gelingt, nicht gänzlich unterzugehen, und zumindest einen zufriedenstellenden Gesamteindruck zu hinterlassen. Im direkten Vergleich mit dem extrem atmosphärischen, durchwegs spannenden und von starken schauspielerischen Leistungen getragenen Vorgänger bleibt Black Phone 2 allerdings leider im Mittelmaß hängen, denn die Erweiterung des Universums um den "Greifer" ist erzählerisch und inhaltlich nur bedingt gelungen, und präsentiert sich dabei viel zu sehr als Kopie bekannter Elemente, anstatt sich auf die eigenen Stärken zu konzentieren...
Details der 4K UHD
Bei der Bildqualität der 4K UHD macht sich erneut der inflationäre Einsatz stilmittelgeprägter Szenen bemerkbar. Während das Bild der 4K UHD grundsätzlich nämlich in den Bereichen Schärfe, Detailgrad und Kontrastumfang hervorragende Werte erreicht, ist in den körnigen, künstlich verunreinigten und äußerst unscharfen beziehungsweise auch kontrastschwachen Traumsequenzen oftmals kaum etwas im Detail zu erkennen. Das ist optisch zwar so gewollt, und hat sicherlich auch eine höhere Freigabe für Black Phone 2 verhindert (immerhin werden dadurch die meisten Gewaltspitzen - gerade was Kinder und Jugendliche betrifft - verschleiert), angenehm und schön anzusehen ist das Alles jedoch keineswegs. Die in Dolby Atmos abgemischte Tonspur dagegen lässt kaum Wünsche offen, denn diese erweist sich als extrem kraftvoll und dynamisch, und setzt nicht nur das Geschehen, sondern auch den hervorragenden Score perfekt in Szene. Die stets klare und sehr gut ortbare Sprachwiedergabe sowie der atmosphärische Raumklang runden das akustische Klangpaket wunderbar ab. Cover & Bilder © Plaion Pictures / © 2025 Universal Studios. All Rights Reserved. Das Fazit von: MarS
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