Codenames Pictures

Codenames Pictures

Genre: Partyspiel • Wortassoziationsspiel
Autor: Vlaada Chvátil
Illustrator: Tomáš Kučerovský
Spieleverlag: CGE, HeidelBÄR Games
Empfohlenes Alter: 10+ Jahre
Spieldauer: 15 Minuten

Codenames Pictures   30.12.2025 von 2-PL4Y3R5

Vor kurzem hatten wir die beiden Neuauflagen von Codenames und Codenames Duett auf dem Tisch. Nun folgt der dritte im Bunde: Codenames Pictures. Ein Nachzügler, denn das Erscheinungsdatum der Neuauflage dieser Codenames Variante lag ein paar Monate hinter dem Erscheinungsdatum der anderen beiden Varianten, die schon im Sommer 2025 herauskamen. Warum hat das länger gedauert? Macht es irgendetwas anders? Nein, wir wollen kein Clickbait betreiben. Die Neuauflage von Codenames Pictures macht nicht mehr oder weniger neu als die anderen beiden Neuauflagen. Aber hier fassen wir trotzdem nochmal alles Punkt für Punkt zusammen und sagen euch, was wir von Codenames Pictures halten, auch im Vergleich zu den Wort-Varianten.

 

Du bist nicht mit den Grundregeln von Codenames vertraut? Schau gerne in unsere Rezension der Original-Variante.

 

Das Material und die Vorbereitung

 

Was bereits in der neuen Auflage der Original- und Duett-Variante verbessert wurde, findet man auch bei Codenames Pictures: das Artwork hebt sich durch orange-violett-Töne stark von dem der anderen beiden Varianten ab. Die Schachtel enthält ein Plastik-Inlay, in dem die Komponenten einsortiert werden können. Aber Achtung: das Ganze ist nicht für die vertikale Aufbewahrung im Regal geeignet.

Während die Original-Variante mit überarbeiteter Wortliste daherkommt, gibt es in der neuen Pictures-Variante auch aktualisierte Bilder, wenn man der Notiz in der linken unteren Ecke auf der Spieleschachtel glauben schenkt. Was das genau heißt, können wir leider nicht sagen, da wir die Originalausgabe nicht in den Händen halten. Sehr deutliche Unterschiede gibt es jedenfalls nicht. Vermutlich wurde nur ein Teil der Bilder überarbeitet oder ausgetauscht.

 

Die Spielvorbereitung verläuft ganz Codenames-typisch: man teilt sich auf in zwei Teams; jedes Team benennt einen Tippgeber, der Rest des Teams muss raten. Dann werden 20 Karten mit Bildern ausgelegt, in einem 5x4 Raster. Das sind also 5 Karten weniger als in den Codenames Wort-Varianten, bei denen ein 5x5 Raster ausgelegt wird.

 

Die beiden Tippgeber nehmen sich nun eine zufällige Schlüsselkarte, die anzeigt welche Bild-Karten von Team orange und welche von Team violett erraten werden müssen. Außerdem nehmen sich die Tippgeber die sieben orangenen und violetten Agenten-Plättchen, um anzuzeigen, wenn ein Bild erraten wurde. Weil 5 Bilder-Karten weniger im Raster liegen, gibt es auch pro Team eine Karte weniger zu erraten: 7 statt 8 in den Codenames Wort-Varianten. Die Plättchen der Unbeteiligten und des Attentäters werden ebenso bereitgelegt.

 

Die Schlüsselkarte zeigt an den Rändern eine orangene oder violette Markierung – das entsprechende Team beginnt und muss deshalb ein Bild mehr erraten. Es erhält also das Plättchen des Doppelagenten und dreht es auf die Seite, welche einen Agenten in Teamfarbe zeigt. Nun kann es losgehen.

 

Das Spielziel

 

Wie in allen Codenames Varianten kompetieren die beiden Teams darum, wer als erstes alle seine Bilder-Karten im Raster identifiziert hat. Je besser die Tipps des Tippgebers und insbesondere, je besser sein Team die Tipps des Tippgebers interpretiert, desto erfolgreicher wird das Team sein.

 

Der Spielablauf

 

Die Teams sind abwechselnd an der Reihe. Ist man am Zug, legt der Tippgeber los. Er versucht – wie im Original – Gemeinsamkeiten in den Bildern zu entdecken, die durch die Schlüsselkarte dem eigenen Team zugeordnet sind. Und er muss gleichzeitig dafür sorgen, dass diese Gemeinsamkeiten nicht auch in Bildern des gegnerischen Teams zu finden sind; oder noch schlimmer: dass die Gemeinsamkeit auch mit dem Bild des Attentäters vorliegt. Die gefundene Gemeinsamkeit muss dann mit einem Wort beschrieben werden. Dann nennt der Tippgeber eine Zahl, die darauf hinweisen soll, wie viele Bilder diese Gemeinsamkeit haben.

Schade, dass man nicht einfach „Rot 4“ sagen kann, denn alle Bilder sind schwarz-weiß gehalten. Insgesamt ist es gefühlt viel schwieriger Tipps zu geben als in den Wort-Varianten, weil viel mehr Gemeinsamkeiten gefunden werden können, aber eben auch mit den Bildern des gegnerischen Teams.

 

Nun sind die Ratenden an der Reihe und müssen abliefern. Sie tippen auf die Bilder, von denen sie denken, der Tipp des Tippgebers hätte darauf abgezielt. Solange getippte Bilder wirklich dem eigenen Team gehören, werden Plättchen in Teamfarbe daraufgelegt und es kann weitergeraten werden – so häufig wie die Zahl, die der Tippgeber nannte, plus 1. Wird falsch geraten, ist das gegnerische Team dran und es wird entweder ein Agenten-Plättchen des gegnerischen Teams bzw. ein Plättchen eines Unbeteiligten auf das Bild platziert. Ist das getippte Bild der Attentäter, hat das Team direkt verloren.

 

 

Bildergalerie von Codenames Pictures (6 Bilder)

Spielmaterial

 

  • 140 Bild-Karten mit insgesamt 280 Bildern
  • 14 Agenten-Plättchen in zwei Farben
  • 1 Doppelt-Agent Plättchen
  • 4 unbeteiligte Zuschauer Plättchen
  • 1 Attentäter Plättchen
  • 60 Schlüssel-Karten
  • 1 Regelheft
  • 1 Kartenständer


Cover & Bilder © Cover: CGE/HeidelBÄR Games GmbH / Bilder im Artikel und Teaserbild: www.sofahelden.de


Das Fazit von: 2-PL4Y3R5

2-PL4Y3R5

Spielspaß: Das Spielgefühl in Codenames Pictures ist im Vergleich zum Original ein etwas anderes. Denn statt Worte stehen Bilder im Vordergrund, die alle mehrere verschiedene Komponenten aufweisen: z.B. ein Affe mit einem Astronautenhelm unterm Arm. Wir interpretieren also nicht nur das Tippgeber-Wort und müssen überlegen worauf dieses sich beziehen könnte, sondern müssen zusätzlich auch noch ganz genau hinschauen. Codenames Pictures ist dadurch eine Variante, die noch viel mehr zum Nachdenken, Assoziieren und Diskutieren anregt als das Original. Im Mittelpunkt steht das „Beobachten“ und das Achten auf Details der Bilder. Vielleicht sieht ein Mitspieler ein Bild-Ausschnitt, den die anderen übersehen haben? Wesentlich seltener wird auf Basis von Wortbedeutungen diskutiert, wie im Original.

Ein paar Mitspieler fanden das Original besser, weil Wörter „eleganter“ z.B. auch über Mehrdeutigkeiten verknüpft werden können, während Codenames Pictures simples Bilderraten darstellen würde. Für uns persönlich ist Codenames Pictures ähnlich spannend und spaßig wie das Original; dennoch unterscheidet sich das Spielgefühl einfach. Aber wir müssen zugeben: eben nur „ähnlich“ spannend. Die Wort-Variante finden wir einen tick besser, weil es insbesondere als Tippgeber interessanter ist ausliegende Wörter im Raster über Gemeinsamkeiten zu verbinden.

 

Balancing/Glücksfaktor: Entweder sind wir viel schlechter in Codenames Pictures als im Wort-basiertem Original. Oder es ist einfach Glückssache zu wissen, auf welche Komponenten der Bilder sich der Tippgeber bezieht. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Anzahl der Karten, auf die man sich mit einem Tipp als Tippgeber bezieht, im Schnitt beim Original etwas höher ist, weil in Codenames Pictures einfach zu viele Interpretationsmöglichkeiten und Bild-Komponenten vorhanden sind.

Wenn man es gewohnt ist, beim Original mit Sprache, Homonymen oder Mehrdeutigkeiten assoziativ und strategisch zu arbeiten, dann fühlt sich die Bilder-Version schnell „unsicherer“ und weniger ergiebig an. Die erhöhte Interpretationsbreite bei Bildern ist in den ersten Partien spannend, kann aber auf Dauer dazu führen, dass man lieber „vorsichtig“ tippt und weniger Karten mit einem Hinweis abdeckt. Das empfanden wir als kleiner Dämpfer gegenüber dem Original.

Die Autoren versuchten der größeren Unsicherheit entgegenzuwirken, indem in Codenames Pictures weniger Karten ausliegen, ein 4x5 Raster statt des 5x5 Rasters im Original. Zusätzlich gibt es auch weniger neutrale Karten.

Letztlich muss man sich aber Klarmachen: die Bilder-Variante ist einfach konzeptionell anders. Sie belohnt andere Fähigkeiten wie visuelle Assoziation, Kreativität und Perspektivenwechsel.

 

Komplexität/Regeln: Wer Codenames kennt, der braucht auch für Codenames Pictures keine neue Regelerklärung. Auch die Anleitungen sind 1:1 identisch aufgebaut. Der einzige Unterschied: die Anleitung ist eben in orange-violett statt rot-blau gehalten. Spaß beiseite, nur ein paar Detailregeln zu gültigen Tipps unterscheiden sich tatsächlich; so sind in Codenames Pictures zum Beispiel Wortspiele erlaubt.

Durch die Bilder könnte Codenames Pictures allerdings als etwas komplexer empfunden werden als das Original. Komplexer, im Sinne von herausfordernder, sowohl für die ratende Gruppe als auch für den Tippgeber. Wie beschrieben ist es schwieriger Tipps für viele Karten zu geben, wenn man gleichzeitig vermeiden will, dass Hinweise auf falsche Bilder führen.

 

Spielerinteraktion/Spieleranzahl: Wo sich Codenames Pictures im Vergleich zu den Wort-Varianten abhebt, ist die Sprachunabhängigkeit. So können auch Jüngere mitspielen. Für uns war die Möglichkeit mit Spielern verschiedener Muttersprachen zusammenzukommen besonders interessant. Gibt es Wortspiele, die sowas ermöglichen? Wenige. Hier muss man nur ein Wort als Tipp geben, das man sehr schnell übersetzen kann. Alles andere ist Bild-Interpretation und somit sprachunabhängig. Aber natürlich braucht man noch eine gemeinsame Sprache, in der man im Team kommuniziert.

Alle anderen Aspekte verhalten sich identisch zum Original: richtig Spaß macht es erst ab 6, besser 8 Spielern, sodass es in jedem Team neben dem Tippgeber mindestens zwei Ratende gibt, die sich beraten können. Und die Interaktion innerhalb der Teams lebt von der Diskussion und davon, dass man besser sein möchte als das gegnerische Team.

 

Spieldauer: Die Spieldauer ist wie in der Original Wort-Variante mit 15 Minuten angeben. Hier unterscheiden sich die beiden Spiele in keiner Weise. Und wie auch im Original, eignet sich diese kurze Spielzeit hervorragend dafür eine längere Runde mit wechselnden Tippgebern zu spielen und den Sieger nach einem Best-of-3 oder Best-of-5 zu ermitteln.

 

Wiederspielbarkeit: Wie auch die anderen beiden Varianten ist durch die Vielzahl an Karten und das zufällig zusammengestellte Raster eine sehr hohe Wiederspielbarkeit gegeben. Allerdings gibt es in Codenames Pictures nur 280 Bilder statt der 400 Wörter in den Wort-Varianten. Auch normiert auf die ausliegenden Karten pro Partie ergibt sich ein kleiner Nachteil für die Bilder-Variante: In Codenames Pictures lassen sich genau 14 Partien spielen, ohne dass sich ein Bild wiederholt. In Codenames und Codenames Duett sind es 16 Partien, ohne dass sich ein Wort wiederholt. Details. Denn als geselliges Partyspiel ist die Wiederspielbarkeit ohnehin hoch.

Und hinzu kommt: auch Codenames Pictures lässt sich mit Codenames und Codenames Duett kombinieren. In Kombination mit Wort-Varianten als kompetitives Spiel legt man entweder ein gemischtes Raster mit Bildern und Wörtern aus 4x5 oder 5x5 Karten aus, und verwendet abhängig von der Raster-Größe Schlüsselkarten aus Codenames Pictures oder dem Original Codenames. In der kooperativen Variante verwendet man die Bild-Karten aus Codenames Pictures in einem 5x5 Raster und die Schlüsselkarten von Codenames Duett.


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