If Then

If Then

Genre: Rätselspiel • Deduktion
Autor: Scott Brady
Illustrator: Stevo Torres, Nadja Carrim
Spieleverlag: Arcane Wonders
Empfohlenes Alter: 10+
Spieldauer: 10-30 Minuten

If Then   13.10.2026 von Born2bewild

Häufig gibt es Spiele, die sehr simpel wirken und auf den ersten Blick durch das Raster fallen. Doch dann - wenn man sie ausprobiert - stellt man fest, dass sie einem doch zahlreiche, unterhaltsame Stunden bieten können. In diese Kategorie fällt auch If Then, das nicht nur wegen des Spieltitels ans Programmieren erinnert. Ob das Spiel bei uns eine Wertung von 00001010 Punkten (Binär für 10) erreichen konnte oder doch nur 00000001 (Binär für 1), erfahrt Ihr in unserem Review…

 

Da das Spiel aktuell nur auf Englisch verfügbar ist, haben wir die entsprechenden Begriffe selbst übersetzt. Sollte das Spiel also lokalisiert werden, kann es hier natürlich Unterschiede geben.

 

Spielmaterial und Aufbau

 

Die Verpackung ist kompakt gehalten und bietet drei Fächer für die Karten. Kunststoff wurde für die Folie um die Schachtel und die drei Kartenstapel verwendet. Die Karten sind etwa halb so breit wie Standardkarten und bunt gestaltet. Bei den Zahlenkarten gibt es Unterscheidungen in der Farbe des Hintergrundes und der Zahlen sowie der Größe der Zahlen. Zusätzlich gibt es drei Strafkarten, vier Stapel zu einzelnen Leveln (Null bis Drei), vier Hinweiskarten und einen Ereignis-Stapel. Zwei weitere Karten sind für den Mastermind-Modus dabei. Am besten sortiert Ihr die Karten anhand ihrer Rückseiten und bildet so mehrere Stapel.

 

Für den eigentlichen Spielaufbau benötigt Ihr immer den Ereignis-Stapel und mindestens eine Levelkarte des gewünschten Schwierigkeitsgrades. Ihr fangt also sinnvollerweise erst einmal mit Level Null an. Eine Person ist allwissend. Sie nimmt eine der Levelkarten und guckt sie sich geheim an. Die erste Strafkarte wird in der Tischmitte aufgedeckt. Außerdem sucht die allwissende Person noch die zwei auf der Levelkarte abgebildeten Tippkarten heraus und legt sie verdeckt bereit. Die übrigen Personen bilden die Code-Knacker-Gruppe. Ihr mischt die Zahlenkarten und sortiert, je nach Level, eine bestimmte Anzahl wieder zurück in die Schachtel. Von den übrigen Karten teilt Ihr je drei an die Code-Knacker-Gruppe aus. Drei weitere Karten werden offen als Markt bereitgelegt und der Nachziehstapel daneben positioniert. Eine weitere Karte wird als Startkarte aufgedeckt. Nun beginnt die Person links neben der allwissenden das Spiel.

 

Ziel des Spiels

 

In jedem Spiel habt Ihr eine „If then“-Bedingung, die nur der allwissenden Person bekannt ist. Ihr versucht die Karten so auszulegen, um diese Bedingung zu erraten. Dabei sagt Euch die allwissende Person bei jeder Karte, ob Ihr richtig oder falsch liegt. Im Prinzip seid Ihr aber alle auf derselben Seite. Das Spiel endet mit einer Niederlage, wenn der Markt und der Nachziehstapel leer sind. Siegreich seid Ihr, wenn Ihr entweder alle Eure Handkarten ausspielt oder nur noch eine Person im Spiel ist und diese die Bedingung errät.

 

Die Anleitung

 

Entsprechend der Verpackung ist natürlich auch die Anleitung sehr kompakt gehalten. Sie umfasst allerdings zwölf Seiten. Das wirkt erst einmal viel, doch der Hauptteil sind Bilder, die den Text sehr gut auflockern. Das, was mir (Alex) allerdings zusätzlich zur Sprachbarriere schwergefallen ist, waren die vielen Verweise auf die Grafiken im Text. Die Grafiken sind mit Kombinationen aus Zahlen und Buchstaben versehen, auf die der Text dann wiederum verweist. Das hat mich ein wenig irritiert und im Lesefluss gestört. Insgesamt sind die Regeln aber sehr einfach und gut zu verstehen.

 

Wenn… wir jetzt anfangen zu spielen… Dann… werden wir viel Spaß haben…

 

Als Code-Knacker-Gruppe seid Ihr die aktiven Personen und spielt reihum. Wenn Ihr dran seid, habt Ihr zwei Zugmöglichkeiten:

 

  • Karte spielen
  • Karte wegwerfen

 

Meistens werdet Ihr eine Karte spielen. Dabei entscheidet Ihr Euch für eine Seite Eurer Handkarte, die Ihr spielen woll. Die andere ist irrelevant. Diese Seite kommt nach oben und wird so auf die letzte Karte der Zahlenreihe gelegt, dass deren untere Hälfte abgedeckt ist. Nun sucht Ihr den Augenkontakt zur allwissenden Person. Diese sagt Euch, ob die soeben ausgelegte Karte passt oder nicht. Passt sie, ist die nächste Person am Zug. Passt sie nicht, wird sie quer gedreht und neben die aktuell aktive (obere) Zahl gelegt, sodass die beiden nicht passenden Kartenseiten zueinander zeigen. Außerdem muss die aktive Person eine Strafkarten vom Markt und/oder dem Stapel ziehen. Ist es nicht die erste falsche Karte an dieser Stelle, legt Ihr sie wieder so übereinander, dass die nicht passende Seiten der Karten noch sichtbar sind. Es ist also immer erkennbar, welche gelegten Seiten der Karten nicht passend waren. Das ist wichtig für die Findung des Codes.

 

Seid Ihr aber der Meinung, Eure aktuelle Karte passt keinesfalls mit irgendeiner Seite zur letzten Karte der Reihe, könnt Ihr Euch entscheiden, diese wegzuwerfen. Dabei muss nun die allwissende Person ebenfalls prüfen, ob Ihr mit Eurer Vermutung Recht habt und keine Seite passen würde. Ist das der Fall, kommt sie auf den Ablagestapel und die nächste Person ist an der Reihe. Ist mindestens eine Seite passend, muss die Karte wieder auf die Hand genommen und zusätzlich die Strafkarten gezogen werden.

 

Immer, wenn drei neue falsche Karten an der Reihe anliegen, kommt eine neue Strafkarte ins Spiel. Außerdem dürft Ihr Euch jeweils einen Tipp kaufen, sobald die zweite und dritte Strafkarte aufgedeckt wurde. Dieser kostet Euch beim ersten Mal drei Karten, die vom Nachziehstapel abgelegt werden müssen, und beim zweiten Mal sechs. Sobald der Nachziehstapel und der Markt leer sind, habt Ihr verloren.

 

Sind aber noch Karten vorhanden und Ihr habt noch Karten auf der Hand, ist die nächste Person an der Reihe. Am Ende jeder Runde, also wenn alle an der Reihe waren, müsst Ihr eine Ereigniskarte ziehen. Diese kann negative oder positive Auswirkungen haben oder aber auch nur einen lustigen, Informatik orientierten Spruch enthalten.

 

Wenn Ihr keine Karten mehr auf der Hand habt, seid Ihr inaktiv. Ihr dürft dann noch mit den anderen beraten, aber könnt keine Karten mehr legen oder ziehen. Sobald nur noch eine Person von Euch aktiv ist, kann diese versuchen die Bedingung zu erraten. Liegt sie richtig, habt Ihr gewonnen. Liegt sie falsch, so müsst Ihr entsprechend der Strafkarte Karten vom Nachziehstapel ablegen. Alternativ könnt Ihr so lange Karten auslegen, bis Ihr keine mehr auf den Händen habt. Dann habt Ihr nämlich auch gewonnen und dürft Euch als Meister-Code-Knacker betiteln lassen.

 

Bildergalerie von If Then (5 Bilder)

Lieferumfang

 

  • 4 „Level 0“-Herausforderungskarten
  • 120 weitere Herausforderungskarten (Level 1-3)
  • 4 Hinweiskarten
  • 60 Nummerkarten
  • 20 Ereigniskarten
  • 3 Strafkarten
  • 2 Mastermind-Variante-Karten
  • 1 Anleitung


Cover & Bilder © Cover: Arcane Wonders / Bilder im Artikel und Teaserbild: www.sofahelden.de


Das Fazit von: Born2bewild

Born2bewild

Alex:

Wenn einem ein Spiel so begeistert vom Hersteller präsentiert wird, muss man es einfach ausprobieren. Naja, ganz so stimmt das natürlich nicht. Ich habe das Spiel gesehen, dachte mir: Logik und einfache englische Sätze…perfekt für unsere Jungs. Sie mögen Logik-Rätsel und -Spiele und durch die kurzen und einfachen englischen Sätze lernen sie auch noch etwas Englisch dabei. Generell könnten die Bedingungen der Karten manchmal auch einfacher sein, allerdings ist das Spiel eine Omage an das Programmieren. Somit „muss“ es auf jeder Karte eine „If“-Bedingung geben und eine daraus folgende „then“-Klausel. Das macht manche Karten etwas kompliziert, gerade für Kinder. Außerdem stört es mich persönlich, dass man bei den „sonst“-Bedingungen nicht beim „Programmiermuster“ geblieben ist. Diese müssten eigentlich „else“ heißen, wurden hier aber mit „otherwise“ betitelt, was aus meiner Sicht nicht passt. Ansonsten sind gerade die Event- beziehungsweise Ereignis-Karten lustig, denn hier gibt es viele Anspielungen, die Nerds oder „Tekkies“ zum Schmunzeln bringen werden. Davon abgesehen haben es die Rätsel teilweise in sich. Level 0 ist noch relativ einfach, aber dann wird es kontinuierlich schwerer, bis zum - mir wurde gesagt nahezu unlösbaren - Level 3. Allerdings kann man auch diesen lösen, was uns gleich im ersten Versuch gelang. Wir kamen zwar nicht hinter das „richtige“ Muster, schafften es aber, unsere Karten nach unserer eigenen Logik so abzulegen, dass wir alle loswurden…Geschafft ist geschafft. Am Ende ist es ein super Spiel, dass uns um einen Abend Frosthaven gebracht hat. Schließlich wollten wir nur mal ne Runde spielen - die Kinder nicht - und am Ende hieß es: Noch eine Runde…nochmal…ich möchte auch mal die allwissende Person sein…Und so wurden aus geplanten zehn Minuten „mal ausprobieren“ zweieinhalb Stunden Spielspaß in acht Runden von Level 0 bis Level 3. Am Ende komme ich so auf 9/10 Punkten. Ein super Spiel, aber die Ereignisse schwächeln ein wenig und wenn man auf dem Schlauch steht, dann kann man sich auch gut überfordert fühlen. Am Ende ging es mir persönlich so, dass man die Lösung finden oder alle Karten loswerden wollte. Der Wiederspielwert ist bei Level 0 relativ gering, da es nur vier dieser Karten gibt, aber bei den übrigen 120 Herausforderungen sind dann genug dabei, sodass man sie sich nicht merken kann. Es wäre natürlich schön, wenn das Spiel auch auf Deutsch kommt, aber die wenigen englischen Sätze, die man hierfür können muss, sind überschaubar. Lediglich die Anleitung muss bewältigt werden. Hier tat ich mich ein wenig schwer - obwohl ich die Regeln im Groben schon kannte.


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