Marco

Marco

Originaltitel: Marco
Genre: Action • Thriller
Regie: Haneef Adeni
Hauptdarsteller: Unni Mukundan
Laufzeit: DVD (136 Min) • BD (142 Min)
Label: Busch Media Group
FSK 20

Marco   01.02.2026 von MarS

Der brutalste indische Film aller Zeiten. Ob der Rache-Actioner Marco dem ihm vorausgeeilten Ruf tatsächlich gerecht wird, und was sonst noch in dem 140-minütigen Werk steckt, das erfahrt Ihr natürlich von uns...

 

Inhalt

 

Marco (Unni Mukundan) ist der impulsive Mann für´s Grobe, der sogar in seiner Adoptivfamilie die meiste Zeit über gemieden und nur kontaktiert wird, wenn es wirklich nötig ist. Als sein blinder Bruder Victor (Ishan Shoukath), einziger Zeuge des Mordes an dessen Freund Wasim (Bashid Basheer), brutal zum Schweigen gebracht wird, schwört Marco vor der versammelten Trauergemeinde, alle dafür Verantwortlichen umzubringen. Dass er sich dadurch gleich mit mehreren Unterweltorganisationen gleichzeitig anlegt, stört den von Wut und Rachsucht getriebenen Marco dabei herzlich wenig, denn wenn es um die Familie geht kennt er keinerlei Erbarmen...

 

Inhaltlich gewinnt Marco sicherlich keinen Blumentopf, denn mehr als eine banale Rachegeschichte hat der indische Actioner erzählerisch nicht zu bieten - auch wenn beinahe 80 Minuten für den Einstieg und die Einführung in die Handlung verschwendet werden, bevor die Inszenierung tatsächlich Fahrt aufnimmt. Beinahe spielfilmlang wird Marco damit zunächst einmal zur Geduldsprobe, in deren Verlauf es sehr holprig, sprunghaft und konfus zugeht, während versucht wird, die Figuren zu etablieren und die grundlegende Richtung sowie den stylischen Look vorzustellen. Doch soviel sei gesagt: Das Warten lohnt sich, zumindest wenn man als Zuschauer hart im nehmen ist...

 

...denn wenn der titelgebende Antiheld erst einmal von der Leine gelassen wird, dann entwickelt sich Marco tatsächlich zu der eingangs bereits erwähnten blutigen Schlachtplatte, die die Tabus eines Rache-Actioners völlig neu auslotet und sogar ein eingefleischtes Publikum an seine Grenzen bringt. Was hier präsentiert wird, das würde man vielleicht in einem Splatterfilm erwarten, jedoch sicherlich nicht im Actiongenre, wobei Marco sogar mutig genug ist, Brutalität und Gewalt zu reinem Selbstzweck zu inszenieren, und sich selbst damit auf die puren Schauwerte zu reduzieren. Diese sind wiederum so brachial, dass vor allem im groß angelegten und zweigeteilten Finale selbst dem geneigten Horror-, Splatter- und Gore-Fan flau im Magen wird, während nur die Tatsache, dass hier alles auf Style und Coolness getrimmt ist, am Ende dafür sorgt, dass die Gewaltexzesse in ihrer dargebotenen Form überhaupt zu ertragen sind. Audio-visuell ist das Ganze hier nämlich so überzeichnet, dass nicht nur der titelgebende Antagonist beinahe wie eine Comicfigur wirkt, sondern das gesamte Geschehen eher einer abgefahrenen Light Novel gleicht, denn einem banalen Actionfilm. Das wiederum sorgt letztendlich dafür, dass Marco in seiner Gesamtheit tatsächlich lediglich ein hemmungslos brutales Werk ist, das Gewalt regelrecht zelebriert und dabei handwerklich absolut stilvoll inszeniert wurde, eine nennenswerte Handlung oder ausgearbeitete Figuren aber gänzlich vermissen lässt...

 

Bildergalerie von Marco (6 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Marco erscheint zwar auch auf 4K UHD (und das in sage und schreibe sieben limitierten Mediabook-Varianten!), hinterlässt aber bereits auf Blu-ray einen hervorragenden Eindruck. Das Bild ist knackig scharf, detailreich und kontraststark, während die Farbdarstellung satt und natürlich bleibt. Der sehr gut ausbalancierte Schwarzwert sorgt für angenehm dunkle Bildbereiche, ohne dabei Details zu verschlucken, und fällt nur sehr selten ein wenig ins Gräuliche ab. Unschärfen oder andere Mängel sind zu keinem Zeitpunkt auszumachen. Die in DTS-HD 5.1 abgemischte Tonspur überzeugt vor allem durch ihre kraftvolle, dynamische Abmischung sowie den massiven Einsatz des Subwoofers, der sich vor allem beim energetischen Soundtrack bemerkbar macht. Auch wenn der Soundtrack insgesamt etwas zu inflationär eingesetzt wird, harmoniert er doch sehr gut mit dem comichaften Stil der Inszenierung, und sorgt stets für die richtige Atmosphäre. Dialoge bleiben dabei ebenso sauber ortbar und klar, wie die ordentlich platzierten Surroundeffekte. 



Cover & Bilder © Busch Media Group GmbH


Das Fazit von: MarS

MarS

Inhaltlich hat Marco nicht allzu viel zu bieten. Audio-visuell ist der indische Rache-Actioner aber zweifellos ein brachiales Brett, das bewusst Tabus bricht und Gewalt absichtlich zu reinem Selbstzweck zelebriert. Für Fans der härteren Gangart, die hart im nehmen sind und über einen starken Magen verfügen, ist die comichaft überzeichnete, auf Style getrimmte Schlachtplatte auf jeden Fall eine Empfehlung. Alle anderen sollten sicherheitshalber - und wie die einführende Schrifttafel vor dem Filmstart bereits eindringlich empfiehlt - einen großen Bogen um Marco machen...


Die letzten Artikel des Redakteurs:




Kommentare[X]

[X] schließen