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Endeavor - Die Tiefsee
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BEWERTUNG |
05.04.2025 von Born2bewildFrosted Games hatte auf der SPIEL 2024 mit einem sehr großen Andrang an kaufwütigen Spielern zu kämpfen. Nicht zuletzt auch wegen Endeavor: Die Tiefsee. Vielleicht wäre die eine oder andere Mitarbeiter*in von Frosted bei so einem großen Andrang auch gerne abgetaucht. Wir haben es wörtlich genommen und sind direkt in die Tiefsee gesprungen. Natürlich mit einem entsprechend ausgerüsteten U-Boot. Ob wir da unten eine Wertung gefunden haben oder diese sich eher als Gipfelstürmer aufgemacht hat, erfahrt Ihr in unserem Review…
Schon beim Auspacken macht Endeavor: Die Tiefsee Lust aufs Losspielen. Neben drei Stanzbögen liegt ein Sortier-Inlay von Trayz bei. Ein besonderes Highlight sind aber die Holzfiguren, die mitsamt diverser Karten in Zipp-Beuteln untergebracht sind. Letztere wirken durch Ihr Material etwas hochwertiger als die gewöhnlichen transparenten Zipp-Beutel. Außerdem gibt es noch Ozeanfelder aus Karton, die mit einer Banderole zusammengehalten werden, die Szenarioblätter und - als besonderes Highlight - vier doppellagige Spielertableaus. Diese bieten nahezu perfekte Vertiefungen für die mitgelieferten Spielsteine aus Holz. Diese sind übrigens ebenfalls sehr liebevoll gestaltet. Neben den drei U-Booten pro Farbe findet Ihr sie in runder Form für den „Worker-Placement-Teil“ des Spiels und in sechseckiger Form für die Felder auf den Szenarioblättern. Die Crewmitglieder sind müssen aus den Stanzbögen herausgedrückt werden und finden schön Platz im Sortier-Inlay. Nachdem Ihr auch die Tauchplättchen herausgedrückt habt, kann es auch schon an den Spielaufbau gehen.
Endeavor - Die Tiefsee lässt sich alleine, kooperativ oder kompetitiv spielen. Wir würden Euch - wenn Ihr alle das Spiel zum ersten Mal spielt - erst einmal die kompetitive Variante empfehlen, da Ihr hier entsprechend Eurer Kenntnisse des Spiels gegeneinander antretet. Wenn Ihr noch keine grobe Taktik habt, ist das kooperative Spiel unter Umständen etwas frustrierend. Wir gehen beim Spielaufbau und -ablauf aber vor allem auf die kooperative Variante ein.
Bevor Ihr loslegt, müsst Ihr Euch für ein Szenario entscheiden und nehmt das entsprechende Tableau zur Hand. Dieses gibt Euch vor, wie Euer Startaufbau der Ozeanfelder aussieht und wie Ihr tauchen könnt. Außerdem zeigt es, welche Ziele es gibt (kooperativ oder kompetitiv) und wo Ihr Eure Einflussmarker hinlegen könnt. Die übrigen Ozeanfelder mischt Ihr entsprechend Ihrer Rückseiten und legt sie als Stapel bereit. Dann werden die Tauchplättchen gemischt und - sofern notwendig - in entsprechender Anzahl auf die Ozeanplättchen gestapelt. Die übrigen haltet Ihr als Vorrat bereit. Nun nehmen sich alle je ein Spielertableau in der Wunschfarbe und die entsprechenden Holzmarker dazu. Außerdem erhaltet Ihr die Start-Crewmitglieder. Die übrigen Crewmitglieder werden im Inlay auf der Seite bereitgestellt. Nun deckt Ihr noch vom gemischten Forschungsberichte-Stapel vier auf und legt den Stapel der übrigen Karten verdeckt daneben. Für die kooperative Variante müsst Ihr nun noch drei Krisen und Bonusziele als verdeckten Stapel bereitlegen. Dabei kommen die Bonusziele nach oben, die Krisen nach unten. Abschließend entscheidet Ihr Euch noch für den Schwierigkeitsgrad. Dieser ist in vier Kategorien von Einfach bis Legendär aufgeteilt und gibt die Anzahl der zu erfüllenden Ziele von vier bis sieben vor. Je nach Szenario gibt es eine oder mehrere Basen. Auf diese stellt Ihr noch eines Eurer U-Boote und erhaltet sofort den Bonus, der neben dem Bewegungsfeld angegeben ist. Die Person, die anfängt, erhält nun noch „Die Welle“ als Startspielermarker und es kann losgehen.
Ziel des Spiels
Je nach Spielvariante unterscheidet sich das Ziel des Spiels etwas. Während Ihr in der kompetitiven Variante versucht mehr Siegpunkte als Eure Mitstreiter*innen zu bekommen, gilt es in der Solo- oder kooperativen Variante eine bestimmte Anzahl an Zielen zu erfüllen. Dazu gehören bestimmte Plättchen auf den Ozeanfeldern oder eben auch eine bestimmte Anzahl an Siegpunkten. Je nach Szenario unterscheiden sich die Ziele aber auch. Endeavor: Die Tiefsee wird immer in sechs Runden gespielt. Nach der sechsten Runde wird dann ausgewertet, welche Ziele Ihr erfüllt habt und damit auch Eure Siegpunkte. Mit den meisten davon hat man gewonnen.
Mit siebzehn Seiten bewegt sich die Anleitung vom Umfang her im Mittelfeld. Sie ist sehr schön gestaltet und gut strukturiert. Von der Anzahl der Seiten her macht es ein wenig den Eindruck, als wäre der Fokus mehr auf der kompetitiven als der kooperativen/Solo-Variante, da die Regeln für letztere nur auf der letzten Seite zu finden sind. Davon abgesehen ist es aber auch nachvollziehbar, da die Regelunterschiede nur sehr gering sind. Es gibt sehr viele Bilder und Icons, die die einzelnen Regeln veranschaulichen. Wie bei fast allen Worker Placements ist die Ikonografie auf dem Spielmaterial nach wenigen Minuten selbsterklärend. Das, was vielleicht ein wenig fehlt, sind Übersichtskarten mit den Spielphasen und Aktionen. Wobei letztere wiederum auch auf den Ozeanplättchen ersichtlich sind.
Auf Tauchstation…
Endeavor: Die Tiefsee ist ein komplexes Worker Placement Spiel. Ihr habt Crewmitglieder, die bestimmte Aktionen durchführen können und dadurch „erschöpft“ werden. Dabei müsst Ihr aber immer wieder Ressourcenmanagement betreiben, um überhaupt handlungsfähig zu bleiben.
Reihum führt Ihr als erstes die Vorbereitungsphase durch. Hierfür haben alle auf dem Tableau die vier Leisten. Ihr sucht Euch reihum jeweils ein Crewmitglied aus. Welche Stufe diese haben darf, sagt Eure oberste Leiste: das Ansehen. Schön ist, dass Ihr die Crewmitglieder übersichtlich in dem Trayz Inlay sortieren könnt. Unter dem Ansehen befindet sich die Motivation. Sie bestimmt, wie viele Eurer Scheiben Ihr aus dem Vorrat in den Laderaum Eures Tableaus legen dürft. Um Eure „erschöpften“ Crewmitglieder wieder frei zu bekommen, benötigt Ihr eine hohe Management-Stufe auf Eurer Organisationsleiste. Sie zeigt Euch an, wie viele Scheiben Ihr jetzt von Euren Crewmitgliedern runternehmen und in den Laderaum legen dürft. Später zum Tragen kommt die Genialität, hier könnt Ihr Euch weitere U-Boote freischalten, die Tiefe, auf die Ihr beim Bewegen Eures U-Bootes heruntergehen könnt und die Anzahl an Feldern, die Ihr Euch bewegen dürft, beeinflussen. Sobald Ihr mit der Management-Leiste fertig seid, ist die Vorbereitungsphase abgeschlossen und Ihr geht direkt in die Aktionsphase über.
In der Aktionsphase seid Ihr auch reihum mit jeweils einer Aktion an der Reihe. Hierbei müsst Ihr als erstes überlegen, mit welchem Eurer Crewmitglieder Ihr eine Aktion durchführen wollt oder müsst. Es gibt zwar fünf Stück, aber Ihr dürft nur die durchführen, die auf Eurem Crewmitglied abgebildet sind. Sobald Ihr die Aktion abgeschlossen habt, legt Ihr eine Eurer Scheiben aus dem Laderaum auf das Crewmitglied, das Ihr verwendet habt. Dann ist die nächste Person an der Reihe. Die möglichen Aktionen sind:
Für die Bewegung Eures U-Bootes ist die Genialitätsleiste entscheidend. Die Steuerräder an der Unterseite der Leiste zeigen Euch, wie viele Felder ihr euch vorwärtsbewegen und gleichzeitig wie tief Ihr maximal tauchen dürft. Pro Bewegung bewegt Ihr nur ein U-Boot und stellt es auf das Bewegungsfeld des Ozeanfelds, auf das Ihr möchtet. Dann erhaltet Ihr direkt die Belohnung, die neben dem Feld abgebildet ist. Um mehr Ozeanfelder aufzudecken benötigt Ihr die Sonar-Aktion. Hierfür müsst Ihr Euch auf einem Ozeanfeld befinden, auf dem es Sonarfelder gibt. Dann legt Ihr eine Scheibe auf Euer Crewmitglied und eine auf das am weitesten links befindliche Sonarfeld. Dieses zeigt Euch an, von welchen Stapeln (Tiefe) Ihr Ozeanfelder ziehen dürft. Egal wie Ihr Euch entscheidet, Ihr dürft nur insgesamt zwei Felder nehmen und eines davon aufdecken. Das zweite legt Ihr wieder zurück unter den entsprechenden Stapel. Auch hier erhaltet Ihr eine Belohnung, nämlich die, die links oben abgebildet ist.
Auf manchen Ozeanfeldern befinden sich Tauchplättchen. Diese könnt Ihr sammeln, indem Ihr die Tauchgang Aktion durchführt. Auf den Tauchplättchen sind dann Sonderaktionen oder zusätzliche Ressourcen, die Ihr erhalten könnt. So auch Wissen. Dieses wiederum benötigt Ihr für die letzten beiden Aktionen. Einsetzen könnt Ihr das Plättchen sofort oder später. Allerdings dürft Ihr nur ein Plättchen lagern. Weitere Boni erhaltet Ihr über die Aktion Meeresschutz. Dafür benötigt Ihr auch wieder insgesamt zwei Scheiben, von denen Ihr eine auf ein Meeresforschungsfeld legt. Ihr müsst allerdings häufig Wissen bezahlen, also Euren Wissensmarker zurückbewegen. Habt Ihr zu wenig Wissen, könnt Ihr die Aktion nicht durchführen. Publikationen sind Karten, die Ihr „kaufen“ könnt. Das geht mit den Symbolen, die auf den Karten abgebildet sind. Es muss eines der Symbole auf einem Ozeanfeld sein, auf dem Ihr Euch mit einem U-Boot befindet. Dann legt Ihr Eure zweite Scheibe auf dieses Feld und bezahlt das entsprechende Wissen. Anschließend erhaltet Ihr die Karte und die darauf abgebildeten Belohnungen. Manche Belohnungen könnt Ihr auch erst mit Scheiben freischalten.
Sobald Ihr keine Aktion mehr durchführen könnt oder wollt, passt Ihr. Sobald alle gepasst haben, beginnt Ihr die nächste Runde, indem Ihr die Welle weitergebt und wieder mit der Vorbereitungsphase beginnt. Nach der sechsten Runde, beziehungsweise im kooperativen Modus nachdem Ihr die letzte Krisenkarte aufgedeckt habt und diese Runde zu Ende gespielt habt, endet das Spiel. Nun müsst Ihr - im kooperativen Modus - Eure erfüllten Ziele prüfen und ob Ihr damit über der Anzahl im gewählten Schwierigkeitsgrad liegt. Ist das der Fall, habt Ihr gewonnen, ist es nicht der Fall, habt Ihr verloren. Spielt Ihr gegeneinander, gewinnt die Person, die am meisten Siegpunkte hat.
Lieferumfang
Cover & Bilder © Cover: Frosted Games / Bilder im Artikel und Teaserbild: www.sofahelden.de Das Fazit von: Born2bewild
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